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Eine der bekanntesten Königsstädte: Marrakesch

Eine der bekanntesten Königsstädte: Marrakesch

Wenn ihr 1001 Nacht live erleben möchtet, dann nichts wie auf nach Marrakesch. Schlangenbeschwörer und Gaukler, Wunderlampen, von hohen Mauern umschlossene Innenhöfe mit hinplätschernden Brunnen, dann wieder Sonne, Strand und Kamele – da fehlt nur noch der fliegende Teppich. Und selbst der versteckt sich angeblich irgendwo in den verwinkelten Gassen des Teppich-Souks von Marrakesch. 

Praktische Tipps für eine Reise nach Marrakesch

Ihr habt Lust auf authentischen Orient? Falls ihr es einrichten könnt, kommt am besten im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November nach Marrakesch. Dann ist es dort mit Tagestemperaturen von etwa 29 Grad angenehm warm und die Nächte sind erfrischend kühl. Auch der Winter ist eine gute Jahreszeit, um Marokko zu entdecken: Bei durchschnittlichen Tagestemperaturen von 18 Grad kommt ihr auf euren Erkundungstouren nicht ins Schwitzen – allerdings solltet ihr darauf gefasst sein, dass es ab und zu regnen kann. Der Regen ist zwar kräftig, hält aber niemals lange an und ist der beste Zeitpunkt für euren Besuch im Hammam.  

In Marokko wird eine marokkanische Variante des Arabischen gesprochen. Die zweite Amtssprache ist Französisch. Wenn ihr kein Französisch sprecht: Mit Englisch und Spanisch kann man sich in Marokko ebenfalls recht gut durchschlagen. 

Das müsst ihr in Marrakesch gesehen haben

Schon beim Ankommen ist die „Rote Stadt“ beeindruckend. Allein die Lage vor den schneebedeckten Gipfeln des Atlas-Gebirges, dann die mächtige Stadtmauer um die Medina: ihr werdet aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Die bis zu zwei Meter dicke und bis zu acht Meter hohe Mauer aus Stampflehm um die Altstadt ist das Wahrzeichen von Marrakesch – daher auch der Beiname „Rote Stadt“. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr sie ganz stilvoll von einer Pferdedroschke aus besichtigen. Am besten am frühen Morgen, wenn die Stadt gerade am Aufwachen ist. Dann ist das Ambiente besonders eindrucksvoll. Die Mauer ist neunzehn Kilometer lang und hat zwanzig Stadttore. Am bekanntesten ist das kunstvolle Stadttor Bab Aganou aus dem Jahr 1190. Es liegt dem Königspalast gegenüber und ist der Eingang zur Kashba.

Gauklerplatz in Marrakesch Gauklerplatz in Marrakesch
Koutoubia Moschee Koutoubia Moschee
Majorelle Garten Majorelle Garten
Menare Gärten Menare Gärten
Gasse in Marrakesch Gasse in Marrakesch

Überragt wird die Stadtmauer von dem hohen Minarett der Koutoubia-Moschee. Der im Jahre 1162 erbaute Turm ist 77 Meter hoch und wird in ganz Marrakesch als Orientierungspunkt genutzt. Nicht ganz so alt ist die Koranschule Médersa Ben Youssef, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die mehr als 400 Jahre alte Schule wurde in den letzten Jahren komplett restauriert und die kunstvoll geschnitzten Dekorationen wirken fast wie neu. Sie gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen sakraler Architektur in der Altstadt. Wenn ihr die orientalische Kultur näher kennen lernen möchtet, hat sie in jedem Fall einen Platz auf eurer To-Do Liste verdient. Direkt nebenan liegt übrigens das Museum Marrakesch in einem Palast aus dem 19. Jahrhundert – es ist auch einen Besuch wert.

Besonders prachtvoll ist der Bahia Palast, der kurz vor dem 19. Jahrhundert für einen Großwesir erbaut wurde. Wenn ihr durch die üppig bepflanzten Innenhöfe wandert, bekommt ihr einen Eindruck davon, was damals Luxus bedeutete. Marrakesch hat über 300 Sonnentage im Jahr und jeder Wassertropfen ist kostbar. Deshalb werden Grünanlagen besonders liebevoll angelegt und gepflegt. Zwei beeindruckende Beispiele sind die dem UNESCO Kulturerbe angehörenden Agdal-Gärten aus dem 13. Jahrhundert und die Ménara-Gärten aus dem 12. Jahrhundert. Der Orientalische Garten Anima Marrakesch wurde erst vor einigen Jahren von dem Österreicher Andre Heller angelegt. Er liegt etwa 20 Kilometer südlich der Stadt, am Fuß des 4.000 Meter hohen Atlas-Gebirges. Auf dem drei Hektar großen Gelände erwartet euch ein einzigartiger Skulpturenpark. Der Ausflug lohnt sich in jedem Fall. 

Die Souks und der Gauklerplatz Djemaa el Fna

Auf dem zentralen Platz in der Altstadt herrscht Tag und Nacht ein quirliges Durcheinander. Am spannendsten ist es dort nach Sonnenuntergang. Dann kommen zu den tagsüber vorhandenen Verkaufsständen noch unzählige Anbieter orientalischer Leckereien hinzu. Neben den Ständen tummeln sich Musiker, Akrobaten und Schlangenbeschwörer. Die Schlangen reagieren übrigens nicht auf die Musik der Schalmeien, sondern auf die warme Atemluft, die sie verströmen. 

Djemaa el Fna

Direkt nördlich des Djemaa el Fna liegen die Souks in ihrem Gassengewirr. Mit dem größten Souk Nordafrikas ist Marrakesch ein wahres Einkaufsparadies. Für Besucher aus Europa ist wohl der Souk Attarine – der Gewürz-Souk – am spannendsten. Früher lag dort der Sklavenmarkt. Heute umschmeicheln hier die Düfte von Kardamom, Zimt, Pfeffer und anderen orientalischen Gewürzen eure Nasen. Wer Lust hat, kann sich hier ein Henna-Tattoo machen lassen oder angeblich 100 % wirksame Naturheilmittel gegen sämtliche Gebrechen der Welt einkaufen. Nehmt die orientalischen Märchenerzähler mit Humor – und habt Spaß an den kunstvoll inszenierten Dramen und Selbstdarstellungen.

Auch der Teppich-Souk liegt ziemlich in der Mitte des Marktgeländes. Besonders die Teppichverkäufer sind wahre Meister im Feilschen. Das Handeln gehört hier zum guten Ton. Und ihr solltet es auch probieren. Es ist regelrecht unhöflich, wenn ihr dem Verkäufer sein Vergnügen versagt, indem ihr das erste Angebot widerspruchslos annehmt. Am Ende einigt ihr euch wahrscheinlich auf etwas unter 50 % des ursprünglichen Preises.

Die schönsten Ausflugsziele rund um Marrakesch

Seid ihr Outdoor-Fans? Dann habt ihr bestimmt Spaß an geführten Bergtouren durch den Hohen Atlas. Dabei reicht die Angebotspalette von Tagesausflügen zu den reißenden Gebirgsbächen und Wäldern des Viertausenders bis hin zu Trekking-Touren mit Mulis und Nomaden als Bergführern. Für erfahrene Kletterer gibt es sogar die Möglichkeit den Toubkal – den höchster Gipfel des Atlas – zu besteigen.

Ein weiteres tolles Ausflugsziel sind die Cascades d’Ouzud, die schönsten Wasserfälle von Marokko. Sie liegen etwa 150 km von Marrakesch entfernt. Die Anfahrt lohnt sich: Ihr könnt dort sogar im See unter einem Wasserfall schwimmen. Wenn ihr gern wandert, lohnt sich ein Abstecher zum Städtchen Ourika. Dort könnt ihr durch das malerische Tal des gleichnamigen Flusses spazieren.

Strand in Agadir

Wer sich lieber am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen möchte, macht einen Abstecher an den bekanntesten Badeort Marokkos: nach Agadir. Für die 260 km lange Busfahrt durch die Ausläufer des Hohen Atlas solltet ihr etwa vier bis fünf Stunden rechnen – also ist Agadir eher für einen Zweitagesausflug geeignet. Dort erwartet euch ein Kilometer langer Sandstrand mit top Infrastruktur. Zum Programm gehört unter anderem Jet-Ski Verleih, Surfen, Tauchen, Kiten und Paragleiten. Wer nicht ganz so weit fahren möchte, macht einen Ausflug in das Hafenstädtchen Essaouira mit seiner fünf Kilometer langen Promenade. Die Stadt liegt 175 km von Marrakesch entfernt und ist ein Eldorado für Surfer. Besondere Attraktionen: der Fischmarkt, die vorgelagerte Purpurinsel und das wüstenähnlichen Dünengebiet südlich vom Sandstrand. 

Essen und Trinken in Marrakesch

Essen und Trinken in Marrakesch

Koriander, Zimt, Kreuzkümmel, Muskat, süßer Paprika, Safran, Ingwer, Kurkuma und frischer Pfeffer: alle Speisen werden in Marokko mit einer Unzahl an Gewürzen zubereitet und geben den Gerichten eine interessante Geschmacksnote. Ob ein einfacher Snack am Stand auf dem Gauklerplatz oder ein komplettes Menü im Restaurant – jedes Essen glänzt durch seine gekonnte Komposition aus Gewürzen und Zutaten. Das beliebteste Gericht in Marokko ist eine Art Eintopf aus dem Römertopf: der Tajine. Dazu werden verschiedene Gemüse und Fleisch langsam zusammen in einem Tontopf gegart. Als Beilage gibt es häufig Couscous und/oder knuspriges Fladenbrot.

Auf dem Djemaa el Fna könnt ihr euch schon für etwa 50 MAD rundum satt essen. Noch preisgünstiger wird es in den kleinen Seitengassen der Souks, wo die marokkanischen Händler zu Abend essen. Die größeren Restaurants sind üblicherweise auf Tourismus ausgelegt und ihr zahlt dort das Dreifache für wenig landestypische Gerichte. Übrigens: Das Essen in Marokko ist zwar gut gewürzt aber niemals scharf. Wegen des muslimischen Glaubens steht natürlich kein Schweinefleisch auf der Speisekarte und Alkohol gibt es nur in wenigen Bars. Zum Essen trinkt man in Marokko Wasser und danach wird ein duftender Tee aus frischer Süßminze serviert.

Wenn ihr Lust habt Marrakesch selbst kennen zulernen, findet ihr bei uns nicht nur Infos, sondern auch passende Angebote – der Urlaub kann direkt starten! 

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