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Leben wie Nomaden – fünf Tage in der marokkanischen Sahara

Leben wie Nomaden – fünf Tage in der marokkanischen Sahara

Die marokkanische Sahara ist einer der letzten Abschnitte der afrikanischen Wüste, die man ganz authentisch erkunden kann. Bei unserem Besuch des nordafrikanischen Landes nutzten wir diese einmalige Gelegenheit und buchten eine geführte, fünftägige Wüstenwanderung. Wie eine solche Wüstentour in Marokko abläuft und was wir dabei alles erlebt haben, möchte ich mit euch in diesem Reisebericht teilen.

Ausstattung und Organisation

Unsere Tour fand im Februar statt, denn die beste Reisezeit ist von September bis April. Ab Mai wird es bereits zu heiß. Ausgangspunkt aller Touren ist Ouarzazate, die letzte Großstadt vor der Wüste und das Hollywood Marokkos, in dessen Filmstudios schon viele bekannte Filme und Serien wie „Gladiator“ oder „Game of Thrones“ gedreht wurden. Hier, im Osten des Landes, besteht die Bevölkerung vor allem aus Berbern, den Ureinwohnern der Region. Wie es in muslimischen Ländern der Brauch ist, steht das Wohl der Gäste an oberster Stelle.

Für eine mehrtägige Reise durch die Sahara mussten wir uns als Nomade auf Zeit gewissenhaft vorbereiten. Bucht ihr eine organisierte Tour bei einem Anbieter, wird bereits für alles gesorgt. Wenn ihr die Wanderung auf eigene Faust machen wollt, solltet ihr vorher genug Zeit einplanen, um für alles Nötige zu sorgen. Zunächst müsst ihr euch für die Tour mit Wasser und Nahrung eindecken. Als Snacks eignen sich traditionell Datteln und Nüsse. Dromedare tragen Gepäck und Vorräte. Die Tiere sinken mit ihren weichen, breiten Hufen auch bei viel Last kaum in den Sand ein und kommen mehrere Tage ohne Wasser aus. Sie werden auf der Wanderung von Kamelführern betreut. Zusätzlich genossen wir den Luxus eines Kochs. Omar, unser Gastgeber in der Wüste, war hauptverantwortlich für die Verpflegung. Last but not least steht und fällt eine gelungene Wüstenwanderung mit einem guten, professionellen Guide, in unserem Fall Ahmed. Die Guides in Marokko sind an Akademien ausgebildet in Touristik, Geografie und Notfallmanagement, sprechen fließend Englisch und häufig auch andere Sprachen. Sie sind das Bindeglied zwischen den Reisenden und dem Land, haben umfassendes Wissen über die Region und können zu fast allen Fragen Auskunft geben. Außerdem sind sie unabdingbar, sollte etwas Unvorhergesehenes geschehen.

Kamelkarawane in Tunesien

Tipp: Ausgebildete Touristenführer besitzen ein entsprechendes Zertifikat und einen Ausweis, im Gegensatz zu den sogenannten „Faux Guides“, die zwar großzügig ihre Dienste anbieten, aber nicht offiziell ausgebildet sind.

Wie Ahmed uns erklärte, können diese gewitzten Geschäftsmänner zwar häufig fließend mehrere Sprachen sprechen und auch viel über die Region erzählen, aber oft weder lesen noch schreiben. Daher ist es besonders bei einer Wüstentour wichtig, auf die Autorisierung der Guides zu bestehen, da nur die echten Touristenführer für eure Sicherheit garantieren können. Zum Schutz vor Wind, Sand und Sonne lohnt es sich schließlich, ein paar Dirham (die marokkanische Währung) für einen Turban auszugeben. Ahmed zeigte uns, wie man ihn richtig wickelt.

Noch mehr Wüstenabenteuer in Marokko findet ihr hier.

Ouarzazate bis zum ersten Wüstencamp

Früh am Morgen ging es los und Ahmed holte uns in unserer Bleibe in Ouarzazate ab. Die Reiseroute führte durch das saftig grüne Draatal, ein langer Streifen fruchtbaren Flusslandes, in dem Bauern Datteln, Melonen und Karotten anbauen. Auf dieser Höhe bot sich auch eine Mittagspause in einem der Hotels an. Auf dem weiteren Weg lohnte es sich, die eine oder andere Sehenswürdigkeit anzuschauen, wie zum Beispiel Tamnougalt, eine Lehmziegel-Festung aus dem 16. Jahrhundert. Das Dorf ist ein rotbraunes, angenehm kühles Labyrinth, in dem die Filme “Babel” und “Der englische Patient” gedreht wurden. Von dort ging es schließlich nach M’hamid, die Stadt am Rand der Wüste.

Am frühen Abend kamen wir schließlich in unserem ersten Wüstencamp an. Wüstencamps bestehen aus mehreren Zelten mit Betten. Die Lager variieren in der Ausstattung, ähnlich wie Hotels mit unterschiedlichen Sterne-Bewertungen. So haben luxuriösere Camps entsprechend weichere Betten, atmosphärische Zelte und sogar richtige Duschen und europäische Toiletten. Das Hauptzelt liegt in der Mitte des Camps und dient mit seinen bunten Berberteppichen und bestickten Tüchern als Restaurant. Serviert wird vor allem Tajine. Dies ist ein Tontopfgericht, in dem Gemüse und Fleisch langsam auf dem Grill gegart werden. Dazu gibt es eine gut gewürzte Suppe, Fladenbrot, Erdnüsse und Datteln. Niemals fehlen darf der traditionelle Pfefferminztee, der als Hauptgetränk zu jeder Mahlzeit angeboten wird. Nachdem wir also unser Gepäck ins Zelt gebracht hatten, nutzten wir die Gunst der Stunde. Wir kletterten auf eine große Düne, um von dort aus den Sonnenuntergang zu genießen. Unter dem Sternenhimmel sammelten sich später die Mitarbeiter des Camps um ein Lagerfeuer mit Musikinstrumenten und sangen die Lieder ihrer Heimat für die Gäste.

Wüstencamp bei Nacht in Marokko

Vier Tage zwischen Himmel und Dünen

Am nächsten Morgen, während wir herrlich würzigen Kaffee tranken, hörte man schon das Gurren und Grunzen der Dromedare. Für die Touren werden die Tiere mit den Zelten, dem Proviant und eurem Gepäck beladen. Wer möchte, kann auf dem Rücken eines der Tiere reiten. Das ist zwar holprig, aber auch ein einmaliger Ausblick über die Weite der Wüste. Die Tiere sind freundlich und gehorsam und sorgen mit ihrem Eigensinn immer wieder für Gelächter.

Tipp: In der marokkanischen Sahara ist der Wind allgegenwärtig, daher bindet man sich ein Stück des Turbans auch um Mund und Nase. Eine Sonnenbrille hält die Sandkörner fern von den Augen. Eure gute Fotokamera solltet ihr lieber nur bei absoluter Windstille aus der Tasche holen.

Auf unserer Route wanderten wir in einem gemütlichen Tempo durch die Dünen und Oasen. In diesem Wüstenabschnitt gibt es feste Wege, sodass man nicht immer durch den Sand laufen muss. Außer dem Wind ist es still und menschenleer. Einmal kamen wir bei einem Kamelbauern vorbei und machten kurz halt. Manchmal passierten uns Jeeps und staunten über unsere kleine Karawane. Hier und da waren die Zelte der letzten marokkanischen Nomaden zu erspähen.

Am Mittag rasteten wir im Schatten eines Baumes oder Strauches. Wir saßen auf Teppichen und bekamen von unseren Gastgebern erfrischenden Pfefferminztee serviert, während das Mittagessen köchelte. Selbst ein kleiner Mittagsschlaf war mit einberechnet. Sobald sich der Sonnenuntergang ankündigte, schlugen wir das Nachtlager auf. Ein Zelt war nur für uns reserviert und mit dünnen Matratzen und Decken ausgelegt. Im Dunkeln entfachten wir ein Lagerfeuer, an dem wir mit Snacks und Tee auf das Abendessen warteten. Ahmed zeigte uns, wie man mit Asche frisches Brot bäckt, und erzählte uns die Geschichten des Landes oder stellte uns knifflige Rätsel. Als dann der Wüstenwind zunahm und auch die Wolldecke uns nicht mehr richtig wärmte, wurde es Zeit, uns in die Zelte zum Schlafen zurückzuziehen.

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