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Ein Ausflug nach Topes de Collantes – Wandern, Natur und Kaffeeverkostung

Ein Ausflug nach Topes de Collantes – Wandern, Natur und Kaffeeverkostung

Kuba hat mehr zu bieten als nur wunderschöne Strände. Auch im Hinterland werden Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen, denn hier befinden sich einige Naturparks, in denen ihr wandern oder Vögel beobachten könnt. Bei meinem Aufenthalt in Kuba habe ich einen Tagesausflug in den Nationalpark Topes de Collantes unternommen, den ich euch wirklich sehr ans Herz legen kann. Was ich dabei erlebt habe, verrate ich euch hier.

Inhaltsverzeichnis:

 

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Topes de Collantes – Ein Naturschutzgebiet der Extraklasse

Wenn man an grüne Landschaften auf Kuba denkt, kommt einem immer zuerst Viñales in den Kopf. Viele wissen nicht, dass die Karibikinsel auch noch über einige andere schöne grüne Fleckchen verfügt, die sich hervorragend zum Wandern und zur Erkundung der Natur eignen. Eines davon ist Topes de Collantes. Der Nationalpark befindet sich in der Sierra del Escambray im Süden Kubas, ganz in der Nähe von Trinidad. Durch seine Lage lässt sich eine Tour durch den Park perfekt in eure Kuba-Rundreiseroute einbauen. Von Trinidad aus fahrt ihr dafür circa eine Stunde ins Landesinnere, genau in die gleiche Richtung, wie wenn man nach Santa Clara gelangen will.

Wanderweg in Topes de Collantes

Topes de Collantes ist ein Wandergebiet mit einigen spannenden Routen vorbei an Orchideen- und Bambusgärten aber auch durch den Regenwald hindurch. Hier befindet sich auch der berühmte El Nicho-Wasserfall, der auf vielen Kuba-Reiserouten zum festen Programm gehört. Aber auch andere Wasserfälle und Naturschwimmbecken sind im Nationalpark zu finden, sodass ihr euch an verschiedenen Stopps auf eurer Wanderung abkühlen könnt und einiges zu entdecken habt.

Ein weiterer Vorteil: Der Nationalpark liegt 800 Meter über dem Meeresspiegel, was man auch an der Temperatur merkt. Hier ist es etwas kühler als an der Küste – perfekt also, um Wanderungen zu unternehmen, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen!

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Buchung und Organisation des Ausflugs

Ihr wollt den Nationalpark Topes de Collantes auf eigene Faust erkunden? Dann bucht entweder eine Tour in einem Reisebüro in Trinidad oder ihr mietet euch einen Fahrer und fahrt einfach mit dem Taxi zum Eingang des Nationalparks. Hier befindet sich ein kleines Haus, in dem ihr die organisierten Touren buchen oder aber auch einfach den Eintritt bezahlen könnt, um euch dann selbst auf den Weg zu machen.

Wanderzentrum in Topes de Collantes

Unser Tipp: Ihr könnt den Ausflug sogar von Cayo Santa Maria aus unternehmen. Meeting Point bietet Ausflüge nach Topes de Collantes in den Hotels vor Ort an.

Bei meinem Tagesausflug nach Topes de Collantes habe ich an einer kleinen geführten Tour teilgenommen. Die Strecke ging durch das Gebiet des Parque Guanayara, das ein Teil von Topes de Collantes ist. 

Gut zu wissen: Ihr habt die Wahl aus vielen verschiedenen Wanderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Natur-Highlights.

Gemeinsam mit meinem Guide ging es aber zuerst motorisiert mit einer „russischen Limousine“ zum Beginn der Wanderstrecke. Die Fahrt dauerte circa 20 Minuten und war dank des eher weniger luxuriösen Gefährts ein wenig abenteuerlich. Der umgebaute Militärtruck war oben offen und durch die Höhenlage des Parks war es ein wenig zugig. Nichts desto trotz hat die Fahrt großen Spaß gemacht, denn durch die holprigen Straßen war es ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt – nur mit einer eindeutig besseren Aussicht! Denn vorbei an Tälern und grünen Hügeln konnte man schon einen guten Eindruck davon bekommen, welche Artenvielfalt einen im Park erwartet!

Russische Limousine in Topes de Collantes

Unser Tipp: Nehmt euch eine wärmere windabweisende Jacke mit auf die Tour, die Fahrt zum Startpunkt der Wanderung kann recht frisch werden!

Unser Guide war eigentlich ein Lehrer mit hervorragenden Englisch-Kenntnissen und einem riesigen Wissensschatz über die Natur und das Tierreich Kubas. Er wie auch alle anderen Guides legen großen Wert auf Umweltschutz und kümmern sich liebevoll um die Aufrechterhaltung des Parks. Bei jedem Gespräch mit ihnen merkt man, wie wichtig ihnen Umweltschutz und ein respektvoller Umgang mit der Natur ist!

Wanderung zum Wasserfall El Rocio

Ich habe mich für eine Wanderung durch den Parque Guanayara entschieden, da die Tour circa zwei „kubanische“ Stunden dauern sollte und ich nicht den ganzen Tag dafür Zeit hatte. Was „kubanische“ Stunden bedeuten sollte, sollte ich im Laufe der Wanderung erfahren, denn unsere Strecke hat mit 3,5 Stunden deutlich länger gedauert, als zunächst angenommen. Das war allerdings nicht weiter schlimm, denn die Verspätung hatte einen guten Grund: Unser Guide konnte uns zu jedem Baum, Vogel und gefühlt jedem Stein eine eigene Geschichte erzählen. Und das immer mit einem witzigen Spruch auf den Lippen. Ihm zuzuhören war unglaublich spannend und glich schon fast einer kleinen Comedy-Show, daher war keine einzige Sekunde, die die Tour länger gedauert hat, vergeudet!

Die Wanderung an sich war sehr gut machbar, auch wenn man nicht der Sportlichste ist. Zu Beginn ging es zwar etwas steiler hinab zum Flusslauf Sendero Rio Melodioso und zum Wasserfall El Rocio, anschließend aber nur noch im Flachen weiter. Nach oben müsst ihr auf der Wanderstrecke kein einziges Mal, sodass ihr hier nicht ins Schwitzen kommt. Falls doch, gibt es auf halber Strecke einen Naturpool, in dem ihr euch Abkühlen könnt. Das Wasser war hier sehr klar und, wenn ich genug Zeit gehabt hätte, hätte ich dort gerne ein paar Minuten verbracht. Falls ihr die gleiche Wanderstrecke nehmt, müsst ihr das für mich also unbedingt nachholen ;).

Naturschwimmbecken in Topes de Collantes

Nach circa einer Stunde bergabwärts (bei normalem Tempo, unsere Comedy-Tour dauerte circa zwei Stunden) gelangt ihr zu einer kleinen Höhle, die ihr mit Taschenlampe oder Handylicht ausgestattet erkunden könnt. Wenige Minuten danach seid ihr dann endlich am eigentlichen Ziel: Dem Wasserfall El Rocio. Der eindrucksvolle Wasserfall hat mir persönlich sehr gut gefallen, auch wenn der Naturpool mein eigentliches Highlight war.

Schild El Rocio in Topes de Collantes

Vor unserer wohlverdienten Mittagspause ging es dann noch circa eine halbe Stunde am Flusslauf entlang. Hier war der Weg sehr flach und einfach zu gehen. Da unsere Mägen schon ein wenig am Knurren waren, war das auch gut so, denn mehr körperliche Anstrengung wäre zu viel gewesen!

Mittagessen auf dem „Bauernhof“

Ausgehungert aber dank der herrlichen Natur um uns herum tiefenentspannt, kamen wir um 14 Uhr endlich zu einer kleinen Hütte, in der es das Mittagessen gab. Auf einer überdachten Terrasse wurden uns zuerst die Getränke und eine kleine Vorspeise (Brot, Gemüse und Salat) gebracht. Anschließend gab es das leckerste Hähnchen, das ich auf ganz Kuba gegessen habe. Als Beilage gab es übrigens reichlich Reis, Kartoffeln und Gemüse, sodass hier jeder satt geworden ist.

Mittagslocation in Topes de Collantes

Auf Kuba Vegetarier sein ist nicht einfach, denn die Kubaner gehen wie selbstverständlich davon aus, dass man Fleisch ist. Trotzdem gab es in dem Bauernhof ein Omelette oder Nudeln, falls jemand das Hähnchen nicht essen wollte.

Gestärkt vom Essen haben wir uns auf der Anlage noch ein bisschen umgesehen und haben auch den Grund entdeckt, warum das Hähnchen hier so unverschämt lecker war: Alle Tiere (Schweine, Hühnchen, Kühe, Truthähne, Hunde und Katzen) liefen hier frei herum und konnten grasen und es sich gut gehen lassen. Die Hühner liefen sogar auf unserer Terrasse mit herum, in der Hoffnung, ein heruntergefallenes Brotstück oder Reiskorn zu erwischen.

Kaffeemuseum mit Kaffeeverkostung

Was gibt es besseres als nach dem Essen einen kleinen Verdauungskaffee zu trinken und die Mittagsmüdigkeit mit einem kleinen Koffeinshot zu bekämpfen? Dachten wir uns auch, daher ging es nach dem Essen mit unserer „russischen Limousine“ zu unserer nächsten Station: einem kleinen Kaffeemuseum mit dazugehörigem Café.

Auf der kleinen Anlage waren die verschiedenen Geräte und Stationen aufgebaut, die man bei der traditionellen Kaffeebohnen-Produktion auf Kuba nutzt. Von der Mühle bis hin zur Trocknungsanlage konnten wir uns alles aus nächster Nähe ansehen und die Maschinen sogar selbst betätigen. Da wir Deutschen für unseren Kaffee einfach nur in den nächsten Supermarkt gehen müssen, war es für uns sehr interessant zu sehen, wie viel Arbeit eigentlich hinter einer Tasse Kaffee steckt.

Katze in Topes de Collantes

Hier hat wohl jemand seinen Kaffee nach dem Mittagessen vergessen!

Die Bewohner in Topes de Collantes sind übrigens sehr stolz auf ihren guten Kaffee und überzeugt, dass sie den besten der Welt herstellen. Das geht sogar so weit, dass sie sich weigern, außerhalb von Topes de Collantes Kaffee zu trinken, denn er kann schließlich nur schlechter schmecken als ihr Kaffee daheim!

Wie der original kubanische Kaffee schmeckt, wollten wir natürlich auch wissen. Bei der anschließenden Kaffeeverkostung hatten wir die Wahl aus so ziemlich jedem kaffeehaltigen Getränk, das man bei uns kennt. Ich entschied mich für einen Espresso Macchiato und war davon wirklich begeistert. Einen so aromatischen und milden Kaffee habe ich nur sehr selten getrunken!

Ziplining durch den Dschungel

Wieder fit durch das Koffein ging es dann zur nächsten und letzten Station auf unserem Tag in Topes de Collantes: Dem Ziplining. Ich muss zugegeben, dass ich anfangs nicht sonderlich begeistert davon war, mein Leben der kubanischen Technik anzuvertrauen und nur an einem Seil befestigt über den Dschungel zu rasen.

An alle Angsthasen (wie mich): Die Zipline in Topes de Collantes ist noch ganz neu, wurde komplett importiert und von Experten aufgebaut – ihr müsst euch also keine Sorgen um eure Sicherheit machen!

Im Nachhinein bin ich allerdings sehr froh, es doch gewagt zu haben, denn der Anblick des kubanischen Dschungels von oben und die Fahrt mitten durch die Baumwipfel hindurch war eines meiner absoluten Highlights auf Kuba!

Panorama von Topes de Collantes

Unser Tipp: Habt ihr Angst, allein zu fahren, könnt ihr auch gemeinsam mit einem der Guides fahren, die dann die ganze Bremsarbeit für euch übernehmen!

Da ich anfangs etwas änglich war, war ein Guide so nett und ist die erste Strecke mit mir gefahren. Er hat das Bremsen für mich übernommen, sodass ich nichts machen musste, als fest im Sitz verankert meinen Blick über die Natur schweifen zu lassen.

Insgesamt gab es vier Streckenabschnitte, die man nacheinander absolvieren konnte. Die ersten beiden waren relativ kurz und gut zum „warm werden“ geeignet. Die letzten beiden waren deutlich länger, höher aber auch dementsprechend spektakulärer – und haben natürlich noch mehr Spaß gemacht! Am Ende der Tour landet ihr dabei sogar in einer kleinen Höhle. Man fühlt sich also wie eine Fledermaus, die nach einem langen Flug heimkehrt :).

Fazit zu meinem Tagesausflug nach Topes de Collantes

Frau in russischer LimousineMein Tag in Topes de Collantes zählt zu meinen Highlights während meiner Zeit auf Kuba. Wer sich für Natur und Tiere interessiert, gerne wandern geht und sich einfach so gerne in der Natur aufhält ist hier goldrichtig. Auch Adrenalinjunkies werden mit der Zipline im Park ihren Spaß haben. Das tollste waren allerdings die Leute, die ich im Park getroffen habe. Die Guides sind unglaublich nett, lustig und haben mich voll und ganz mit ihrem Wissen über die Natur überzeugt. Besonders toll fand ich, dass man ihnen angemerkt hat, wie sehr ihnen der Park und der Naturschutz am Herzen liegt und wie wichtig es ihnen ist, diese Liebe zur Natur weiterzugeben!

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Über Lisa

Lisa
Reisen ist eine meiner größten Leidenschaften, daher freue ich mich sehr, euch mit in fremde Länder zu nehmen und von meinen Erlebnissen zu erzählen. Am liebsten bin ich in Italien unterwegs, weil mich das Lebensgefühl dort begeistert. Ab und zu zieht es mich jedoch auch in die Ferne. Dort genieße ich es sehr, fremde Kulturen kennenzuerlernen, neue Gerichte auszuprobieren und die Natur zu genießen.
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