{"id":15800,"date":"2019-02-28T16:26:29","date_gmt":"2019-02-28T14:26:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/?p=15800"},"modified":"2021-03-04T15:33:31","modified_gmt":"2021-03-04T13:33:31","slug":"pubtour-in-suedengland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/5vorflug-reisewelt\/europa\/pubtour-in-suedengland\/","title":{"rendered":"Auf Pubtour in S\u00fcdengland \u2013 ein Hoch auf den britischen Smalltalk"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unser Autor singt ein Loblied auf den britischen Smalltalk &#8211; doch warum? Auf seiner England-Rundreise hat er die Bekanntschaft vieler Engl\u00e4nder gemacht und das Inselvolk kennen und lieben gelernt. In seinem Reisebericht verr\u00e4t er euch, was er auf seiner Rundreise &#8211; vor allem in den Pubs &#8211; alles erlebt hat.<\/strong><\/p>\n<p>Wie kommt es dazu, dass ich den britischen Smalltalk so in die L\u00fcfte loben m\u00f6chte? Na, weil ich letztes Jahr selbst Augenzeuge davon geworden bin! Das fing alles so an: Aus einer Versp\u00e4tung meiner Schiffsverbindung \u00fcber den Englischen Kanal (auf Englisch schlicht \u201ethe Channel\u201c genannt) sollte sich mir im wahrsten Sinne die T\u00fcr zu einem s\u00fcdenglischen Pub und den Menschen darin \u00f6ffnen. Meine Abenteuerfahrt auf die Britischen Inseln hatte n\u00e4mlich eine klitzekleine Wende erfahren, als mir der Ticketverk\u00e4ufer am Terminal der F\u00e4hrunternehmung \u201eP&amp;O\u201c beim Einchecken mit Bedauern eine zweist\u00fcndige Versp\u00e4tung ank\u00fcndigte. Bis dahin hatte mich die Fahrt aus der Schweiz mit dem Auto ziemlich auf geradem Weg \u2013 sprich ohne Stau und Baustellen \u2013 durch Frankreich gef\u00fchrt. Es leben die franz\u00f6sischen Autobahnen! Na gut, ich spreche jetzt von den mautpflichtigen privaten Stra\u00dfen, deren sauberen Rastst\u00e4tten und WC-Anlagen sowie den kleinen Parks mit den zahlreichen Picknickpl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Auf dieser Reise war ich \u00fcbrigens nicht ganz alleine, denn mein treuer vierbeiniger Begleiter namens Janosch, ein waschechter Labrador, machte es sich dank seiner Hundehalterung gleich auf dem Beifahrersitz bequem. Vor uns lagen <strong>vier Wochen Erkundungen im Land von Shakespeare und Sherlock Holmes<\/strong>. \u201eMist\u201c, dachte ich also zuerst in Kenntnisnahme der Versp\u00e4tung. Denn ich wollte doch durch meine minuti\u00f6se Reiseplanung noch vor dem Berufsverkehr bei meinem englischen Freund Brendon in London ankommen. Was tut also ein erfahrener Reisejournalist, um nicht in den Sog des Londoner Abendverkehrs zu geraten? Richtig, er \u201eweicht aus\u201c und feilt entweder auf einer Rastst\u00e4tte an einem seiner vielen Texte herum. Oder aber er guckt sich die Wegweiser etwas genauer an und biegt kurz vor dem Stau nach links ab. Nicht vergessen, in Gro\u00dfbritannien herrscht Linksverkehr, auch auf den Autobahnen! Gesagt, getan: Die Ausfahrt <strong>Hastings<\/strong> klang ganz nett und erinnerte mich nat\u00fcrlich an diesen geschichtstr\u00e4chtigen Ort anno 1066, als dort der normannische Eroberer William the Conqueror die damaligen Angeln und Sachsen besiegte und untertan machte.<\/p>\n<div id=\"attachment_15806\" style=\"width: 890px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-15806\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-15806\" src=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Hastings-Castle.jpg\" alt=\"Hastings Castle\" width=\"880\" height=\"586\" srcset=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Hastings-Castle.jpg 880w, https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Hastings-Castle-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Hastings-Castle-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><p id=\"caption-attachment-15806\" class=\"wp-caption-text\">Das Hastings Castle in S\u00fcdengland<\/p><\/div>\n<h2><a name=\"_Toc252634155\"><\/a>Teil 1: Sich als Tourist outen<\/h2>\n<p>Nachdem ich von der Autobahn abgebogen war und mich nun auf den Weg nach Hastings machte, schaltete ich gleich mein GPS-Navigationsger\u00e4t ein. Per Knopfdruck erhielt ich aus dem Lautsprecher dieses wichtigen Reiseinstrumentes innert Sekunden Vorschl\u00e4ge zu interessanten Sehensw\u00fcrdigkeiten. Darunter auch<strong> \u201eSchlachtfeld Hastings\u201c<\/strong>. Das t\u00f6nte doch schon nach gr\u00fcnen Feldern und etwas frischer Luft. Und der mit dieser Sehensw\u00fcrdigkeit verkn\u00fcpfte Name hie\u00df auch noch<strong> \u201eBattle Abbey\u201c<\/strong>. \u201eAlso eine ehrw\u00fcrdige Kathedrale, direkt beim Schlachtfeld, das wird mein erstes Ziel\u201c, dachte ich mir. Als ich dann mit der einsetzenden D\u00e4mmerung in der Ortschaft \u201eBattle Abbey\u201c ankam und direkt auf den Zugang der Kathedrale zusteuerte, wies mich der dortige Pf\u00f6rtner darauf hin, dass dies eine private Schule sei und die eigentliche Kathedrale auf Schulgrund liege. Diese sei nur an den Wochenenden zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Nun, der Durst machte sich langsam breit und so parkte ich erst mal. Mit dem ersten Fu\u00df auf britischem Boden atmete ich zum ersten Mal also Inselluft ein und folgte meiner Nase durch das mittelalterliche Dorf. Und da erschien \u201ees\u201c schon, <strong>ein einladendes s\u00fcdbritisches Pub!<\/strong> Ganz typisch mit Holztischen und B\u00e4nken vor dem Eingang, h\u00e4ngenden Blumen vor den Fenstern und als eine Art Fachwerkbau, mit spitzem Giebeldach und einem halben Dutzend Schornsteinen. Und drinnen frohlockte eine fr\u00f6hliche Schar M\u00e4nner um den Tresen herum. Als ich mich bei der Bestellung \u00fcber ebendiesen Tresen lehnte, quasi zwischen den Typen hindurch, und nach einem anf\u00e4nglichen R\u00e4uspern meine Bestellung kundtat, passierte es. Fast wie auf Knopfdruck drehten sich alle um und begr\u00fc\u00dften mich wie einen alten Bekannten! War es mein mit einem Schweizerdeutsch unterlegter Akzent? War es mein Aussehen? Ich wei\u00df im Nachhinein: Es war blo\u00df meine Art und Weise, nach einem Bier zu fragen. Denn meine Bestellung lautete ganz einfach: <strong>&#8222;Ich m\u00f6chte gerne etwas haben, das die Einheimischen (auf Englisch &#8222;locals&#8220;) trinken!&#8220;<\/strong> Somit outete ich mich als Fremder und Tourist, was sogleich eine Kettenreaktion ausl\u00f6ste &#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15804\" src=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Zapfh\u00e4hne-im-Pub.jpg\" alt=\"Zapfh\u00e4hne im Pub\" width=\"880\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Zapfh\u00e4hne-im-Pub.jpg 880w, https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Zapfh\u00e4hne-im-Pub-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Zapfh\u00e4hne-im-Pub-768x488.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/p>\n<h2><a name=\"_Toc252634156\"><\/a>Teil 2: Sich einen Drink spendieren lassen<\/h2>\n<p>Warum mein Erscheinen so viel Interesse aufgeworfen hatte, wei\u00df ich nicht. Es lag sicher nicht an meinem T-Shirt mit dem leuchtenden Schweizerkreuz, auch nicht an meinem s\u00fc\u00dfen Hund. <strong>Dieses Willkommenhei\u00dfen geh\u00f6rt einfach zur angels\u00e4chsischen Kultur, Punkt!<\/strong> Und wo l\u00e4sst sich diese Tradition besser ausleben als in einem britischen Pub? Hier bestellt man die Getr\u00e4nke oder das Essen \u2013 ja, in den Pubs gibt es dazu noch leckeres Essen \u2013 direkt am Tresen. Und bezahlen tut man nicht am Tisch, ebenso wenig wie zu warten, bis die Kellnerin zu einem kommt. Nein, man begibt sich wieder an den Tresen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Vorteil dabei: <strong>Man kommt unweigerlich ins Gespr\u00e4ch und f\u00fchrt Smalltalk!<\/strong> Zu meinem pers\u00f6nlichen Smalltalk im besagten s\u00fcdenglischen Pub kam kurz nach dem Kennenlernen das <strong>\u201eWas nimmst du?\u201c<\/strong>, auf Englisch \u201eWhat are you having?\u201c Das ist jeweils keine Frage aus Interesse, sondern eine Einladung. <strong>Man spendiert mit diesem Satz dem anderen sozusagen eine Runde.<\/strong> Und weil gleich drei Engl\u00e4nder mir im Verlaufe des Abends dieselbe Frage gestellt hatten, kam ich in den Genuss von mehreren Bieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ihr wollt neben Bier auch noch etwas anderes trinken? Unsere <a href=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/rund-um\/die-spannendsten-whisky-reisen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Whisky-Reisen<\/a> sind dann genau das richtige f\u00fcr euch!<\/strong><\/p>\n<h2><a name=\"_Toc252634157\"><\/a>Teil 3: Sich einfach gehen lassen<\/h2>\n<p>Trotz der sich zunehmend verbreitenden Heiterkeit, ausgel\u00f6st durch die <strong>lokalen Biere (auf Englisch &#8222;Ales&#8220;)<\/strong>, merkte ich, dass die neugewonnenen Freunde durchaus an einer l\u00e4ngerfristigen Freundschaft interessiert waren. Da offerierte mir der Erste eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit, w\u00e4hrend der Zweite mir von der bevorstehenden Junggesellenreise in die Schweizer Alpen erz\u00e4hlte. Der Dritte wiederum beschwor mich richtiggehend, am Schluss meiner Reise durch die Britischen Inseln wieder einen Halt im Pub zu machen. Das machte Sinn, denn die historische Kathedrale liegt in ebendieser privaten Schule im Ort und kann nur an einem Wochenende besucht werden, wenn die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht anwesend sind. Zudem, wollte ich eigentlich nicht urspr\u00fcnglich nach Hastings?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15808\" src=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Fish-an-Chips.jpg\" alt=\"Fish an Chips\" width=\"880\" height=\"587\" srcset=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Fish-an-Chips.jpg 880w, https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Fish-an-Chips-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Fish-an-Chips-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ihr seht, eine Reise kann man fast minuti\u00f6s vorbereiten und sich gedanklich die zu besuchenden Orte im Kopf \u201edurchspulen\u201c lassen. Aber in meinem Fall erwies sich die Versp\u00e4tung der Schiffsf\u00e4hre als wahrer Segen. Es wurden an einem Abend Freundschaften f\u00fcrs Leben geschlossen, dank ebendiesem Smalltalk, der vor allem im S\u00fcden Gro\u00dfbritanniens so richtig gelebt wird! Dass die Schotten, Waliser und (Nord-)Iren ebenfalls ihren Smalltalk lieben, mag sein \u2013 mein Hoch gilt aber ganz klar auf den britischen Smalltalk in S\u00fcdengland. Cheers!<\/strong><\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"divider\"><\/div>\n<p>Wer wie unser Autor eher spontan verreisen m\u00f6chte, findet auf <a href=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/destinationen\/last-minute-england.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">5vorFlug.de die passenden Last Minute Angebote f\u00fcr England. <\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.5vorflug.de\/blog\/5vorflug-reisewelt\/europa\/england-reisetipps\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Inspiration und viele hilfreiche Tipps f\u00fcr euren England-Urlaub findet ihr hier.<\/a><\/p>\n<div class=\"clear\"><\/div><div class=\"divider\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Autor singt ein Loblied auf den britischen Smalltalk &#8211; doch warum? Auf seiner England-Rundreise hat er die Bekanntschaft vieler Engl\u00e4nder gemacht und das Inselvolk kennen und lieben gelernt. 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