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Die Weltweit-Weihnachtsmänner

Wer ist eigentlich Joulupukki? Weihnachtsmann ist nicht gleich Weihnachtsmann. Wisst ihr, wer in Finnland oder Island für die Zustellung der Weihnachtsgeschenke zuständig ist?

Weihnachtsmänner

Joulupukki: Er kommt geflogen!

Der rotwangige, weißbärtige, „Ho ho ho“-rufende Santa Claus ist uns dank Coca Cola allen bekannt. In den USA rutscht er jedes Jahr am 25. Dezember den Kamin runter und sorgt für glückliche Gesichter. Er ist neben dem Christkind auch hierzulande Überbringer der Weihnachtspäckchen. Doch wer bringt den Kindern und Erwachsenen in anderen Ländern die Geschenke? Einige besonders ausgefallene Traditionen und Bräuche haben wir zusammengestellt.

Finnland
Im hohen Norden in der Weihnachtsstadt Rovaniemi hört der finnische Weihnachtsmann auf den ungewöhnlichen Namen Joulupukki, was übersetzt „Weihnachtsbock“ heißt. Jedes Jahr gehen unzählige Weihnachtswünsche an sein Postamt, die er persönlich mit Stempel und Unterschrift beantwortet. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Joulumuori. Zwar bringt er die Geschenke – genau wie sein amerikanischer Kollege – mit dem Schlitten, aber er nimmt den direkten Weg durch die Haustür. Das kann auch an seinem Gehstock liegen. Geschichten zufolge ist er nämlich nicht sehr gut zu Fuß unterwegs. In der Adventszeit ist es üblich, dass sich die Kinder mit Zipfelmützen als Wichtel verkleiden und damit die Gehilfen des finnischen Weihnachtsmannes darstellen. Der Joulupukki kommt jedes Jahr am 24. Dezember vorbei. Zu essen gibt es Reisbrei, in der hoffentlich eine Mandel versteckt ist, und die für ein Jahr voller Glück steht.

Russland
Väterchen Frost nennen die Russen ihren Weihnachtsmann. Im roten oder blauen Pelzmantel wird er von seiner Enkelin Schneeflöckchen auf dem Pferdeschlitten begleitet. In Russland wird nach dem Julianischen Kalender gefeiert: Die Geschenke liegen schon am Neujahrstag unter dem Baum, Heiligabend ist jedoch erst am 6. Januar und Weihnachten am Tag darauf. Mit Ende des Heiligen Abends endet auch die strenge 40 Tage lange Fastenzeit der orthodoxen Russen. Dann dreht sich alles um das „Heilige Mahl“, das aus zwölf Gängen besteht und damit der Zahl der Apostel Jesu entspricht. Die Feier kann bis in die Morgenstunden andauern. Ein paar Tage zuvor, am 31. Dezember, verkleiden sich alle Kinder als Schneeflocke, Schneemädchen oder Kaninchen und warten auf Väterchen Frost. Da er wie viele andere Weihnachtsmänner sehr beschäftigt ist, können sich die Kinder teilweise erst am Neujahrstag über die kleinen und großen Überraschungen freuen.

Italien
In Bella Italia kann es bis zu dreimal Geschenke für Groß und Klein geben. Am 13. Dezember erfüllt Santa Lucia auf ihrem Esel die Wünsche der braven Kinder. Sie ist die Lichterkönigin aus Sizilien und dafür bekannt, den Armen ihr Vermögen zu vererben. Am Abend des 24. Dezember treffen sich die Familien zu einem fleischlosen Essen und warten auf den italienischen Weihnachtsmann Babbo Natale. Das Mahl besteht aus Pasta-Gerichten, Meerestieren und süßen Speisen. Die Bescherung findet am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages statt. Zu guter Letzt fliegt die Hexe Befana in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar auf der Suche nach dem Christkind von Haus zu Haus. Nach traditionellem Glauben hat sie in der Weihnachtsnacht den Stern verpasst, der sie zur Krippe bringen sollte. Den lieben Kindern hinterlässt sie Geschenke, für die Ungezogenen gibt es ein Stück Kohle. Übrigens: Während die Amerikaner ihre Gärten und Häuser mit möglichst vielen grellen Lichtern, Rentieren und Plastik-Schneemännern schmücken, liefern sich die Italiener Wettbewerbe um die schönste Weihnachtskrippe.

Niederlande
Sinterklaas ist mit seiner Bischofsmütze, dem Bischofsstab und dem roten Mantel das Pendant zu unserem Heiligen Nikolaus. Er und sein Gehilfe Knecht Ruprecht Zwarte Piet sind in den Niederlanden immer schon ganz früh dran. Das Jahr verbringen sie in Spanien, bevor die beiden Mitte November per Dampfschiff in Amsterdam anlegen, um Jung und Alt eine Freude zu bereiten. Dort werden sie nicht nur von Kindern am Hafen, sondern auch von dem Königspaar im Königspalast empfangen. Der Nikolaustag ist hier der wichtigste Weihnachtstag. Kinder stellen vor Sinterklaas‘ Ankunft in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember Wasser und eine Mohrrübe oder Heu für sein Pferd und einen großen leeren Sack vor die Tür – es möchte ja schließlich keiner leer ausgehen. Zu jedem Präsent gibt es einen passenden Reim für das jeweilige Familienmitglied. Der Weihnachtsbaum wird in den Niederlanden erst aufgestellt, nachdem Sinterklaas‘ am 6. Dezember das Land verlassen hat. Heiligabend gibt es, wenn überhaupt, nur kleine Geschenke und der erste Weihnachtsfeiertag wird traditionell in der Familie bei leckerem Festessen gefeiert, das dem Deutschen sehr ähnelt.

Island
Mit den 13 Jólasveinar in Island ist nicht zu spaßen. Die grimmigen Weihnachtskobolde kommen nacheinander jeweils vom 12. Dezember bis zum 25. Dezember aus ihrer Höhle und haben nur Schabernack im Kopf. Pottaskefill (Topfschaber) leckt die Kochtöpfe leer, Hurðaskellir (Türzuschläger) ärgert die Menschen durch Lärm und Gáttaþefur (Türschlitzschnüffler) ist an seiner langen Nase zu erkennen. Die isländischen Kinder geben trotzdem die Hoffnung nicht auf und stellen ab dem 12. Dezember jeden Abend ihre Schuhe in die Fenster. Wenn sie nicht brav genug waren, müssen sie sich mit Kartoffeln abfinden. Ab dem 25. Dezember begibt sich dann ein Kobold nach dem anderen auf die Heimreise. Ab 6. Januar ist wieder koboldfreie Zone und die Weihnachtszeit in Island offiziell beendet.

Autorin: Leonie Köhler (Unternehmenskommunikation)

Über Cornelia Scheffler

Ich schreibe über das Reisen, andere Länder, Orte und Kulturen. Ich teile tolle Erlebnisse mit Euch und plaudere manchmal aus dem 5vorflug-Nähkästchen.
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