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Impfkarte: Welche Impfung brauche ich für welches Land?

Wer seinen Urlaub plant, informiert sich am besten im Vorfeld nicht nur über Sehenswürdigkeiten, sondern auch über nötige Impfungen. In anderen Ländern wird man häufig mit Krankheiten konfrontiert, die im eigenen Land eher weniger verbreitet sind. Damit eurem Urlaubsglück aber nichts im Wege steht, haben wir euch eine Übersicht über die aktuellen Impfempfehlungen erstellt. 

Inhaltsverzeichnis:

Legende:
Grün:  Bei einer normalen Urlaubsreise sind in diesen Ländern keine Impfungen nötig.
Gelb:  Bei den meisten Personengruppen ist lediglich eine Impfung vor Reiseantritt nötig.
Rot:  Bei den meisten Personengruppen sind zwei Impfungen vor Reiseantritt nötig.
Dunkelrot: In diesen Ländern sind mehrere Impfungen nötig.
 

Achtung: Für die Einreise in bestimmte Länder wird eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Eine Einreise ohne Nachweis ist nicht möglich!
In diesen 17 Ländern ist die Impfung Pflicht:

 
 

Für welche Länder brauche ich keine Reiseimpfungen? Für welche dagegen unbedingt

Geringes Risiko
Im Großteil von Europa sind keine oder nur wenige Reiseimpfungen nötig. Hier sind die Standardimpfungen ausreichend. Lediglich eine Impfung gegen Zecken ist in manchen Regionen zu bestimmten Jahreszeiten sinnvoll. Am besten lasst ihr euch von einem Arzt beraten, welche Impfungen sinnvoll sind.  
Eine geringe Anzahl an Impfungen benötigt ihr in den USA, Australien, Neuseeland und Japan. 

Mittleres Risiko
In der Karibik beispielsweise wird auf den meisten Inseln als Reiseimpfung lediglich Hepatitis A empfohlen. Genauso wie in Mittelamerika, Chile, Argentinien und Uruguay. Auch viele Urlaubsländer in Afrika, wie beispielsweise Ägypten erfordern lediglich eine Hepatitis A Impfung. 

Großes Risiko
Vor allem im mittleren Teil Afrikas und Südamerika werden mehrere Impfungen, wie beispielsweise gegen Gelbfieber empfohlen. 

Die Angaben beziehen sich allerdings lediglich auf Urlaubsreisen. Sobald ihr einen Langzeitaufenthalt plant oder von den „normalen“ Routen abweicht, gibt es teilweise weitreichendere Empfehlungen. Diese sind auch in unserer Karte vermerkt. 

Galerie: In diesen Ländern braucht ihr mind. 5 Impfungen

 
Trinidad

Trinidad & Tobago
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 5 Impfungen.
► Gelbfieber, Hepatitis A, Hepatits B, Tollwut und Typhus
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 310 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

Angola

Angola
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 6 Impfungen.
► Hepatitis A, Typhus, Gelbfieber, Hepatitis B, Tollwut und Meningokokken
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 395 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

Gambia

Gambia 
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 6 Impfungen.
► Hepatitis A, Meningitis ACWY, Gelbfieber, Hepatits B, Tollwut und Typhus
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 375 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

Zentral-Afrika

Zentralafrikanische Republik
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 6 Impfungen.
► Hepatitis A, Typhus, Gelbfieber, Hepatitis B, Meningokokken ACWY und Tollwut
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 375 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

Guinea

Guinea
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 7 Impfungen.
► Hepatits A, Polio, Gelbfieber, Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken ACWY und Typhus
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 375 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

sierra leone

Sierra Leone
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 7 Impfungen.
► Polio, Hepatitis A, Hepatitis B, Gelbfieber, Meningokokken ACWY, Tollwut und Typhus
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 375 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

Niger

Niger
Bei besondere Exposition oder einem längeren Aufenthalt benötigt ihr 7 Impfungen.
►Hepatitis A, Polio, Gelbfieber, Hepatitis B, Tollwut, Typhus und ggf. Cholera
Es entstehen Gesamtkosten von ca. 330 € (Mehr Infos unter: Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?)

Tipps für Unterwegs: So schützte ich mich im Urlaub vor Krankheiten

✖ Schutz vor Stechmücken: Viele Krankheiten, wie Malaria oder Dengue werden über Stechmücken übertragen, weshalb ein Schutz vor Stichen die beste Vorsorge ist. Auch ohne Infektion sind die Stiche häufig schmerzhaft und nervig. Daher solltet ihr ein paar Tipps beachten:

Eine Möglichkeit um sich vor Mücken zu schützen, ist die Benutzung eines Anti-Mücken Sprays. Das gibt es sowohl für den Körper als auch die Kleidung. Welches Spray für euch geeignet ist, erfragt ihr am besten in der Apotheke oder im Drogeriemarkt. Zusätzlich ist es sinnvoll lange Kleidung zu tragen. Auch ein langer Schlafanzug ist in der Nacht ein guter Schutz. Alternativ lohnt es sich in besonders gefährdeten Regionen ein Moskitonetz zu benutzen. Dieses könnt ihr über dem Bett aufhängen und so beruhigt schlafen. In vielen Hotels sind diese bereits vorab aufgehängt. 
► Genauere Infos findet ihr auch beim Auswärtigen Amt: Prophylaxe Insektenstich

✖ Lebensmittel: In vielen Ländern ist das Leitungswasser nicht trinkbar bzw. kann Keime enthalten. Auf der sicheren Seite seid ihr, wenn ihr Wasser nur in verschlossenen Flaschen kauft. Achtet am besten auch darauf, dass ihr in Restaurants zum Beispiel keine Eiswürfel in den Getränken habt. Beim Verzehr von Lebensmittel gilt außerdem die Devise: Cook it, peel it or forget it. 
Alles was man nicht schälen, kochen oder braten kann, im Zweifel weglassen. Die Regeln beziehen sich vor allem auf Fernreisen. In Hotels sind die Regeln natürlich nicht so streng. 

✖ Klima: Auch wenn einem das warme Klima meist angenehm vorkommt, kann es für den Körper doch Stress bedeuten. Lasst euch Zeit, bevor ihr große Wanderungen unternehmt oder die Nächte zum Tag macht. Auch der Wechsel von klimatisierten Räumen und Hitze kann ganz schön auf das Gemüt schlagen. Lasst es also lieber langsam angehen. 

✖ Urlaub genießen: Vor lauter Regeln solltet ihr nicht vergessen, ihr seid im verdienten Urlaub und solltet euch auf keinen Fall verrückt machen. Gefahren lauert nicht hinter jeder Ecke. Die meisten lassen sich durch gesunden Menschenverstand vermeiden. 

Reiseimpfung: Wo, wann und wie viel muss ich selber zahlen?

Wo kann man sich impfen lassen? 
Eine Beratung und auch die jeweiligen Impfungen bekommt ihr an verschiedenen Stellen.
Für die meisten Impfungen könnt ihr euch an euren Hausarzt wenden. Dieser wird euch im Zweifelsfall an einen extra ausgebildeten Kollegen verweisen. Spezielle Impfungen, wie beispielsweise gegen Gelbfieber darf allerdings nicht jeder Hausarzt impfen. Hierzu könnt ihr euch entweder an das Tropeninstitut oder speziell ausgebildete Ärzte wenden. 

Wichtig: Rechtzeitig mit den Impfungen beginnen
Auch wenn die Impfung „nur“ ein kleiner Piecks ist, solltet ihr unbedingt rechtzeitig damit anfangen. Für den vollständigen Schutz benötigt man teilweise mehrere Impfungen, die in einem bestimmten Abstand verabreicht werden sollten.  Auch dürfen bestimmte Impfungen nicht gemeinsam bzw. in einem engen Abstand gegeben werden. Wir haben euch einen kleinen Überblick erstellt, wie lange ihr vor Reisebeginn mit den jeweiligen Impfungen beginnen solltet. 

-Zum Vergrößern klicken-Zeitstrahl Impfungen

Für viele Impfungen sind Auffrischungen nötig, um die Schutzwirkung aufrecht zu erhalten: 

Tollwut: 1 Jahr, 2 Jahre, 5 Jahre
Cholera: Bei Erwachsenen 1 Dosis innerhalb 2 Jahren
Gelbfieber: nicht nötig aber teilweise für Einreise erforderlich
Japanische Enzephalitis: unterschiedlich
Typhus: Schutzdauer der Impfung etwa 3 Jahre

Wer übernimmt die Kosten?
Die Kosten je Impfung variieren zwischen ca. 40€ und 85€ pro Impfung. Hinzu kommen noch die Arztkosten. Einige Krankenkassen übernehmen Kosten für Reiseimpfungen. Hier ist es allerdings wichtig, dass diese auch zu dem empfohlenen Impfungen gehören und ihr zu einem Vertragsarzt eurer Krankenkasse geht. Pauschal kann man leider keine Aussage zu treffen. Am besten wendet ihr euch direkt an eure Krankenkasse und erkundigt euch nach den Bedingungen. 

 

Tropenkrankheiten: Übertragung, Symptome und Prävention

Forsa Umfrage: Impfungen anlässlich einer Reise
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KBS gaben rund 42 Prozent an, sich bereits einmal anlässlich einer Reise impfen lassen zu haben. (Quelle: Statista 2016)

Genauere Infos zu den verschiedenen Krankheiten

FSME

Erklärung FSMEPrävention & Kosten:
Wichtig ist, Zeckenbisse generell zu vermeiden. In gefährdeten Gebieten sollten vor allem die Beine mit enger, langer Kleidung bedeckt sein. Auch sollte regelmäßig, beispielsweise vor dem zu Bett gehen, der Körper nach Zecken abgesucht werden. 

 

Übertragung und Symptome: FSME ist die Abkürzung für die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Zecken übertragen die Viren durch einen Biss. Auch Nahrungsmittel wie unpasteurisierte Milch kann die Viren enthalten. Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber sind die ersten Symptome. Schwindel und Erbrechen kommen hinzu. Bei schweren Fällen sind Hirnhaut- und Gehirnentzündungen bis hin zum Koma und Tod möglich. Folgen wie Lähmungen und Kopfschmerzen klingen nach einigen Monaten ab.

Verbreitung: Diese Virusinfektion betrifft jährlich etwa 300 Menschen in Deutschland  (Quelle: LGL Bayern). Im Jahr 2015 wurden insgesamt 220 FSME-Erkrankungen gemeldet, wobei sich 199 der Betroffenen in Deutschland infiziert haben. Die restlichen Infektionen sind auf Österreich, Schweiz, Schweden und Italien zurückzuführen.

 

Hepatitis A

Erklärung Hepatitis APrävention:
Um euch vor Hepatitis A zu schützen, solltet ihr folgende Regel beachten: Cook it, peel it or forget it . Esst nur Lebensmittel die entweder gekocht oder geschält wurden. Auch das Leitungswasser solltet ihr in gefährdeten Gegenden meiden. Zum Zähneputzen benutzt ihr am besten ebenfalls Trinkwasser aus Flaschen. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme: Getränke immer ohne Eis bestellen. Gekochte Tees oder Kaffee könnt ihr hingegen bedenkenlos trinken. 

Übertragung und Symptome: Hepatitis-A-Viren gelangen durch Schmierinfektion, kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser in den Körper. Dort rufen sie eine akute Leberentzündung hervor. Bauchschmerzen, Durchfall und Fieber sowie Erbrechen und ein mattes Gefühl kennzeichnen die Hepatitis A. Eine Gelbsucht mit hellem Stuhlgang und dunklem Urin kann, muss aber nicht auftreten. Da die Krankheit nicht chronisch wird, gibt es keine Folgeschäden. Auch Komplikationen entstehen äußerst selten. Rohe Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere, Austern, roher Fisch) beinhalten oftmals ein Übertragungsrisiko für Hepatitis-A-Viren (z.B. in Sushi, Ceviche, Muschelgerichten, etc.). Auch durch Kochen oder Grillen von Muscheln können Hepatitis-A-Viren nicht sicher abgetötet werden. 

Verbreitung: Im Jahr 2015 gab es in Deutschland 856 Hepatitis-A-Fälle. Der Anteil der „Reisehepatitis“ (d.h. Hepatitis-A-Infektion durch Reisen in gefährdete Regionen) lag in den letzten Jahren zwischen 30-40% aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle. 60-70% aller Hepatitis A-Infektionen wurden in Deutschland erworben. Die meisten Erkrankungsfälle nach Auslandsaufenthalt entfielen auf Türkei und Ägypten-Reisen. Ca. 17% der ausländischen Hepatitis A-Infektionen ist auf einen Aufenthalt in Asien zurückzuführen, rund 11% auf Afrika und nur 2% auf Südamerika. 

Hepatitis B

Erklärung Hepatitis BPrävention:
Einer der wichtigsten Präventionsmaßnahmen ist die Impfung. Hepatits B gehört in Deutschland zu den sogenannten Standardimpfungen. 
Zusätzlich sollte bei der Verarztung von Verwundeten auf Handschuhe geachtet werden. Bei Geschlechtsverkehr schützt ein Kondom vor einer möglichen Ansteckung. 

Übertragung und Symptome: Das Hepatitis-B-Virus findet seinen Weg in den menschlichen Körper über kleinste Verletzung. Der Virus wird auch über Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere über Sperma und Blut. Je nach Erregerzahl kann der Virus auch über Speichel, Samenflüssigkeit, Muttermilch und anderen Flüssigkeiten in den Körper gelangen. Symptome wie Gelbsucht samt dunklem Urin sowie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen treten nur bei ungefähr 33 % der Infizierten auf. In schweren Fällen können Gehirnschädigungen und Leberschrumpfungen bis hin zum Tod folgen. Folgeschäden wie eine Leberzirrhose und Leberkrebs sind häufig.

Verbreitung: Das Bundesgesundheitsministerium schätzte im Jahr 2016, dass ungefähr 300.000 Menschen in Deutschland von Hepatitis B betroffen sind, jedoch weiß nur die Minderheit von der Erkrankung. In bestimmten Risikogruppen und bei Personen mit Migrationshintergrund, die aus einem Gebiet stammen mit einer höheren Infektionsrate (u.a. Sub-Sahara-Afrika und Ostasien), ist die Anzahl der Infizierten deutlich höher (Quelle: Robert Koch Institut).

Typhus

Erklärung TyphusPrävention:
Auch hier gilt: Cook it, peel it or forget it. Nehmt nur Essen zu euch, dass entweder gekocht oder geschält wurde. Auch bei Getränken solltet ihr vorsichtig sein. Verwendet nur Trinkwasser aus verschlossenen Flaschen und verzichtet bei Getränken auf die Eiswürfel, da diese häufig aus Leitungswasser hergestellt werden. 

Übertragung und Symptome: Übertragen wird das Bakterium Salmonella Typhi durch kontaminierte Lebensmittel (wie zum Beispiel ungewaschenes Gemüse, Früchte oder Fleisch) oder verunreinigtes Wasser. Eine Erkrankung kann ebenfalls durch einen ständigen Kontakt mit Infizierten oder Dauerausscheidern erfolgen. Wer an der schweren Durchfallerkrankung Typhus leidet, der hat neben Erbrechen und Durchfall mit Gliederschmerzen, Fieber, Husten und Benommenheit zu kämpfen. Da die Bakterien den ganzen Körper befallen können, entwickeln sich mitunter auch gefährliche Komplikationen wie Blutvergiftungen oder Lungen-, Herzmuskel- und Hirnhautentzündungen.

Den Impfwirkstoff gibt es sowohl als Schluck – und auch als Injektionsimpfung. Zur Vorbeugung ist auch häufiges Händewaschen empfohlen. 

Verbreitung: In Deutschland ist die Zahl der Erkrankungen seit 1951 stark gesunken durch drastische Verbesserungen bezüglich der Hygiene. Im Jahr 2014 wurden 58 Fälle an das RKI gemeldet. Mindestens 96% wurden im Ausland importiert. 47 der Fälle führten zurück auf Länder in Asien, wobei Indien am häufigsten (44%) angegeben wurde (Quelle: Robert Koch Institut).

Gelbfieber

Erklärung GelbfieberPrävention: 
Der wirksamste Schutz ist Mückenstiche zu vermeiden. Das bedeutet unter anderem lange helle Kleidung, ein Moskitonetz für die Nacht und ggfs. entsprechendes Anti-Mücken Spray.

 

Übertragung und Symptome: Das Gelbfiebervirus wird durch die Gelbfieberstechmücke übertragen, jedoch können theoretisch auch andere Mückenarten das Virus übertragen. Die milde Verlaufsform ist lediglich durch Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost oder auch Kopfschmerzen gekennzeichnet. Bei der schweren Ausprägung ist die Leber geschädigt und eine Gelbsucht tritt auf. Die Blutungsneigung steigt an, so dass sogar der Stuhl und das Erbrochene Blut enthalten können. Komplikationen wie Magen-Darm-Blutungen können tödlich enden. Überstanden sind keine Folgeschäden zu erwarten. Bei der Impfung handelt es sich um eine Lebendimpfung, welche spätestens 10 Tage vor Reisebeginn geimpft werden sollte.

Viele Länder fordern einen Nachweis über eine Gelbfieberimpfung, sofern man zuvor in einem Infektionsgebiet war. Dies betrifft aktuell 119 Länder. Betroffen sind hier unter anderem Thailand, Kenia, Frankreich, Sri Lanka, Jamaika und Ägypten. Dies gilt teilweise auch für Transitflüge. Am besten informiert ihr euch hierzu direkt beim Auswärtigen Amt. 

Verbreitung: Laut der WHO werden pro Jahr bis zu 200.000 Erkrankungsfälle gemeldet, wovon 60.000 Sterbefälle an Gelbfieber geschätzt werden. Besonders Afrika, 12 Länder in Südamerika, sowie einzelne Inseln in der Karibik liegen in der Gelbfieberzone und sind von dem Virus betroffen. In Deutschland ist die Impfung bei Reisenden, die sich in Endemiegebieten aufhalten, vorgeschrieben. Seit 1999 kam es lediglich zu einem Fall, welcher tödlich verlief. Der betroffene Mann war nicht geimpft und bereiste zuvor die Republik Elfenbeinküste (Quelle: Robert Koch Institut).

Cholera

Erklärung CholeraPrävention: 
Um Cholera zu vermeiden, solltet ihr auf die Lebensmittel und vor allem die Getränke achten, die ihr zu euch nehmt. Vermeidet ungekochte oder geschälte Nahrungsmittel und Leitungswasser. Am sichersten sind noch verschlossene Trinkwasserflaschen und ganz wichtig: Getränke ohne Eis! Auch zum Zähneputzen solltet ihr gekauftes Trinkwasser verwenden.

Übertragung und Symptome: Verschmutztes Trinkwasser und kontaminierte Lebensmittel ( wie u.a. Fisch, Gemüse und Meeresfrüchte) dienen als Übertragungsweg für Cholerabakterien. Vorerkrankte, körperlich geschwächte oder unterernährte Menschen, die in einer Region mit mangelnder medizinischer Betreuung leben, sind meistens von der Krankheit betroffen. Brechdurchfall und ein extremer Flüssigkeitsmangel mit Zeichen wie einem eingefallenen Gesicht sind die Hauptsymptome der Cholera. Infizierte wirken benommen und verwirrt, haben Hautausschlag und fallen ins Koma. Lungenentzündungen und Blutvergiftungen können hinzukommen. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tod führen. Folgeschäden sind bei überstandener Cholera keine spezifischen zu erwarten.

Verbreitung: In Industrieländern, die eine ausreichende Versorgung von einwandfreiem Trinkwasser gewährleisten, ist das Risiko an Cholera zu erkranken sehr gering. In Deutschland wurden im Jahr 2015 lediglich drei Fälle gemeldet. Risikogebiete befinden sich in Südostasien, Vorderasien, Afrika sowie Haiti und die Dominikanische Republik (Quelle: Tropeninstitut).

Meningokokken

Erklärung MeningokkenPrävention: Der Kontakt zu infizierten Personen sollte vermieden werden. 
Die Schutzimpfung gegen Meningokokken-Typ C wird in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder ab dem zweiten Lebensjahr empfohlen.

 

Übertragung und Symptome: Am häufigsten werden Meningokokken über Tröpfcheninfektionen übertragen. Ein trockenes Klima, große Menschenmengen, beengte Wohnsituationen (z.B. Slums) sind hierfür begünstigte Faktoren. Die Meningokokken können eitrige Hirnhautentzündungen mit Symptomen wie Benommenheit, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen und Fieber hervorrufen. Ein steifer Nacken, Erbrechen sowie eine Störung der Blutgerinnung können hinzukommen. Auch Blutvergiftungen können Meningokokken verursachen. 

Verbreitung: In Industrieländern treten Meningokokken in der Regel sehr selten auf. In Deutschland werden jährlich rund 300 Fälle gemeldet, wobei etwa 10% der Erkrankten sterben und 20% mit bleibenden Schäden rechnen müssen. Größere Epidemien traten in der Vergangenheit in Asien und besonders Afrika auf. Viele afrikanische Länder in der Sahelzone („Meningitisgürtel“) sind von der Krankheit schwer betroffen. Hier wird eine erhöhte Infektionsgefahr gemeldet und besonders in der Trockenzeit kommt es häufig zu Ausbrüchen.

Malaria

Erklärung MalariaPrävention: 
Auch in Malaria-Gebieten sollte auf einen guten Mückenschutz geachtet werden. Lange Kleidung, Moskitonetze und spezielle Mückensprays helfen dabei. 

 

Übertragung und Symptome: Anophelesmücken übertragen Plasmodien per Stich, wodurch anschließend das Malaria auslöst wird. Am Anfang leiden Erkrankte unter grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Das Fieber tritt meist in Schüben auf, so dass beschwerdefreie Zeiträume dazwischenliegen können. Wird die Malaria nicht behandelt, kann sie sogar zum Tod führen. Gegen Malaria gibt es momentan noch keine Impfung. Es gibt aber bestimmte Medikamente, die vorsorglich aber auch bei akutem Auftreten der Krankheit eingenommen werden können. Am besten informiert ihr euch hierzu bei eurem Arzt. Dennoch ist die beste Vorsorge gar nicht erst gestochen zu werden.

Verbreitung: Malaria tritt in allen tropischen und subtropischen Ländern dieser Welt (außer Australien) auf, wobei auch schon vereinzelt Fälle in Südeuropa gemeldet wurden. Etwa 40% der Weltbevölkerung lebt in Risiko- oder Endemiegebieten und mit 90% aller Fälle ist Afrika am meisten betroffen. In den letzten Jahren wurden in Deutschland jährlich 500 bis 600 Malaria-Erkrankungen registriert und hauptsächlich aus afrikanischen Ländern importiert. Außerhalb von Afrika, waren Indien und Pakistan die bedeutendsten Infektionsländer (Quelle: Robert Koch Institut).

Tollwut

Erklärung TollwutPrävention: 
Gerade in gefährdeten Gebieten sollte sich unbedingt von wilden Tieren ferngehalten werden. Es sollte nicht versucht werden die Tiere zu füttern oder streicheln. Auch auf Fledermäuse sollte geachtet werden.

Übertragung und Symptome: Das Rabiesvirus wird insbesondere von Hunden, aber auch anderen infizierten Tieren wie Fledermäusen oder Füchsen durch Bisse und Kratzwunden übertragen. Es entsteht eine Gehirnentzündung. Grippeähnliche Symptome stehen am Anfang, gefolgt von Lähmungen, Verwirrtheit, Halluzinationen und Angst. In der Folge können Betroffene nicht mehr sprechen und schlucken, wodurch sich Schaum vor dem Mund bildet. Wasserangst und Geräusch- sowie Lichtempfindlichkeit führen zur Raserei. Nur Wenige überleben die Tollwut. In diesem Fall sind Gehirnschäden zu erwarten.
Die Impfung besteht aus 3 Teilimpfungen. 

Verbreitung: Laut der WHO sterben schätzungsweise 55.000 Menschen jährlich an Tollwut. In vielen Ländern Europas (u.a. Deutschland) wird die Krankheit systematisch bekämpft durch eine Immunisierung der Füchse. Der letzte Tollwutfall in Deutschland wurde 2006 gemeldet bei einem Fuchs in der Nähe von Mainz. 2007 gab es in Deutschland zwar auch einen Tollwutfall, wobei es sich hier um einen Mann handelte, der in Marokko von einem Hund gebissen wurde (Quelle: Robert Koch Institut). Die meisten Erkrankungen werden nach wie vor in Asien und Afrika gemeldet.

Japanische Enzephalitis

Erklärung japanische EnzephalitisPrävention: 
Am besten beugt man durch einen guten Mückenschutz vor. Dazu zählen lange Kleidung, Moskitonetz, Mücken-Sprays und die Vermeidung von stehenden Gewässern.

 

Übertragung und Symptome: Das für die Krankheit verantwortliche Japanische Enzephalitis-Virus wird von Stechmücken übertragen, die vor allem in den ländlichen Gebieten Asiens vorkommen. Häufig gibt es keine Symptome, nur die seltenen schweren Formen führen zu einer Hirnentzündung mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber und bei Kindern Durchfall sowie Erbrechen. Lähmungen, Krämpfe und der Tod können folgen. Bei Erwachsenen sind 2 Impfungen im Abstand von vier Wochen notwendig. 

Verbreitung: Die Japanische Enzephalitis kommt in einer Reihe asiatischer Länder in Süd- und Ostasien vor und gelegentlich ist der Norden Australiens auch betroffen (Quelle: Tropeninstitut). In den Endemiegebieten erkranken jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Menschen. Rund 20-30 Prozent sterben an der Erkrankung, während bei 40% schwere neurologische Schäden bleiben. Das Infektionsrisiko für Touristen ist sehr gering solange kein Langzeitaufenthalt am Ende der Regenzeit geplant ist.

Dengue Fieber

Prävention: Erklärung Malaria
Zur Vermeidung von Dengue-Fieber sollte ebenfalls auf einen guten Schutz gegen Mücken geachtet werden. Neben langer Kleidung und einem Moskitonetz helfen auch spezielle Mücken-Sprays. 

 

Übertragung und Symptome: Dengue wird durch tagesaktive Mücken übertragen. Man unterteilt es in zwei Formen. Es gibt das Dengue Fieber aber auch das Dengue Hämorrhagisches Fieber. Beide Formen beginnen mit Grippe-ähnlichen Symptomen. Während bei der ersten Form die Krankheit nach 5-7 Tagen langsam abklingt, verschlechtert sie sich bei der 2ten Form drastisch. Hier wird eine intensivmedizinische Behandlung notwendig. Eine Impfung oder ein Medikament gibt es momentan nicht, es können lediglich die Symptome behandelt werden. Wichtig ist auch hier im Vorfeld der Schutz vor Stichen. 

Verbreitung: Weltweit lebt ungefähr die Hälfte aller Menschen in Gebieten, die von dem Erreger betroffen sind. Denguefieber ist in tropischen und subtropischen Regionen endemisch, wobei 75% der Fälle sich auf das Gebiet Asien/Pazifik entfalten (Quelle: Tropeninstitut). Laut ABiG wurden in Deutschland im Jahre 2016 insgesamt 955 importierte Fälle gemeldet.

Tiefergehende Informationen zu den verschiedenen Krankheiten, gibt es auf der Seite des Auswärtigen Amtes: Informationen zu Infektions- und Tropenkrankheiten

Unabhängig von Reiseimpfungen gibt es in Deutschland Standardimpfungen, die vom Robert-Koch Institut bzw. der Ständigen Impfkommission (STIKO) festgelegt werden. Hierzu zählen z.B. Tetanus, Diphtherie, Masern und Mumps. Für die einzelnen Bestimmungen pro Urlaubsland gibt es zusätzlich Hinweise vom Auswärtigen Amt. Es ist jedoch immer ratsam, sich vor Reisebeginn bei seinem Arzt zu erkundigen, ob man noch Impfungen braucht bzw. alte aufgefrischt werden müssen. Wann ihr die letzte Impfung erhalten habt, könnt ihr in eurem Impfpass nachsehen. 

Auswahl an Tropeninstituten in Deutschland

Berlin Tropeninstitut
Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

München Tropeninstitut
Tropeninstitut München,
Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München
Leopoldstr. 5, 80802 München

Hamburg Tropeninstitut
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Str. 74, 20359 Hamburg

Würzburg Tropeninstitut
Fachabteilung Tropenmedizin der Missionsärztlichen Klinik
Salvatorstr. 7, 97074 Würzburg

Leipzig Tropeninstitut
Zentrum für Reise- und Tropenmedizin Leipzig
Städtisches Klinikum St. Georg,
Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie
Delitzscher Str. 141, 04129 Leipzig

Düsseldorf Tropeninstitut
Tropenmedizinische Ambulanz und Gelbfieberimpfstelle der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

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Infografik zu Reiseimpfungen

 

 

 

 

 

Alle Angaben ohne Gewähr.
Eine Beratung durch einen speziell ausgebildeten Arzt ist unumgänglich. 

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