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Der richtige Insektenschutz

Der richtige Insektenschutz

Süß aber mit Stachel

Sie summen, brummen, surren. Manchmal kommen sie ganz leise. Sie stechen, bohren, beißen. Kleine Viecher wie Mücken oder Zecken kennen keine Gnade. Auch wenn sie Teil der natürlichen Umgebung sind, träumt so mancher davon, ihnen ordentlich den Garaus zu machen. Immerhin: Zecken übertragen Krankheiten und da hört der Spaß auf. Mit dem richtigen Insektenschutz hält man sich die unerwünschten Tierchen vom Leib – ohne der Gesundheit zu schaden.

Moskitonetze schützen in der Nacht zuverlässig vor nahen Surrgeräuschen und Stichen, aber auch Sprays oder Lösungen wehren Mücken und Zecken erfolgreich ab. Gut ist, was effizient ist. Wer hat schon Lust, sich juckende Male oder gar Krankheiten einzuhandeln? Doch einfach irgendein Zeug drauf schmieren, gleichzeitig Ultraschallgeräte in die Steckdose stecken, Moskitokerzen abfackeln ohne über Sinn und Unsinn nachzudenken, ist auch keine gute Lösung. Ein paar Tipps, was gut ist und was nicht.

Wenn’s geht: mechanisch
Früher war die Fliegenklatsche – ein so genannter mechanischer Insektenschutz: Insekt setzen lassen, ruhig verhalten, zielen und erledigt. Viele Erwachsene kennen solch martialische Maßnahmen noch von ihren Großeltern. Der Nachteil: Manche Summer wollen sich einfach nicht zur Ruhe setzen oder verstecken sich geschickt in dunklen Ecken. Trotzdem lautet die Grundregel für „gesunden“ Insektenschutz: Mechanisch ist besser als chemisch. Denn mechanischer Insektenschutz wie Fliegenklatsche, Fliegengitter und Moskitonetz hat in der Regel keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit. Chemischer hingegen schon.

  • Moskitonetz: Besser mitnehmen!
    Ein ausgezeichnetes Utensil für Reisen ans Wasser oder in tropische Länder. Wer ein Zimmer, eine Ferienwohnung oder ein Häuschen in ländlichen Süßwasserregionen oder exotischen Gebieten ansteuert, in denen es bekanntermaßen von Moskitos wimmelt, erkundigt sich besser vor der Abreise, ob die Fenster der gebuchten Unterkunft mit Fliegengittern versehen bzw. Moskitonetze vorhanden sind. Wenn nicht: Moskitonetz einpacken!
  • Ultraschall und UV-Licht: Wirkungslos!
    Insektenabwehrgeräte die im Ultraschallbereich Töne erzeugen und angeben auf diese Weise Mücken und fliegendes Kleingetier abzuschrecken, sind laut Stiftung Warentest wirkungslos. Auch Geräte, die Mücken durch UV-Licht anlocken, um ihnen anschließend auf einem Hochspannungsgitter den Rest zu geben, halten nicht, was sie versprechen. Tests ergaben, dass diese Geräte eher Stiche provozieren, als vermeiden. Das Licht lockte die Fliegen an, in die „endgültige“ Falle gingen sie allerdings nicht.
  • Essensgerüche locken: Besser drin speisen!
    Bienen und Wespen interessieren sich eigentlich gar nicht für Menschen. Süße Speisen und würzige Düfte locken sie an. Sollten viele potentielle „Angreifer“ am Urlaubsort zugegen sein, esst besser drin. Wer auf die romantische Malzeit auf der Terrasse nicht verzichten möchten, deckt Speisen und Getränke ab, so gut es geht. Kinder sollten aus engen Strohalmen trinken – im Glas paddelnde Wespen passen nicht hindurch und können so nicht verschluckt werden.
  • Angemessene Kleidung
    Kleidung ist ein guter Schutz: Lange Hose, langes Shirt und den piecksenden Biestern fällt es schwerer, euch zu erwischen. Vor allem am Abend, bei Wanderungen durch tropische oder heimische Wälder, aber auch beim Durchstreifen blühender Bergwiesen (Zeckenbissgefahr)  ist lange Kleidung zur Vorbeugung bestens geeignet. Außerdem ist Kleidung ein vortrefflicher Schutz vor zu viel Sonne.
  • Der ist aber süß: Auf Parfüm verzichten!
    Sicher kennt ihr das: einer handelt sich immer mehr Stiche ein als die anderen. Der natürliche Duft mancher Menschen gefällt Mücke & Kollegen besonders. Darüber hinaus lieben viele Insekten parfümierte Duftwasser oder Cremes. Wer Stiche vermeiden möchte, lässt das Parfüm weg.
Guter Insektenschutz

Gute Mittel helfen Abwehren

Chemische Insektenschutzmittel
Von der Pharmaindustrie angepriesene Insektenabwehrmittel sind für Kinder unter 2 Jahren tabu. Sie reagieren besonders sensibel auf die Giftstoffe darin – umso jünger, umso mehr. Auf die Haut aufgetragen, gelangen sie in den Blutkreislauf und können gesundheitlichen Schaden anrichten. Zudem neigen kleine Kinder dazu, sich häufig die Augen zu reiben, wobei die aufgetragenen Substanzen die Schleimhäute reizen.
Bevor man bei sich selbst oder größeren Kindern zur chemischen Keule greift, sollte man pflanzliche Hausmittel zur Insektenabwehr probieren. Diese sind in der Regel wirksam und außerdem unschädlich. Den Duft von Lavendel beispielsweise mögen viele Insekten nicht leiden, außerdem nehmen sie beim Duft von ätherischem Zitrus- oder Nelkenöl die Flügel in die Hand. Auch Knoblauch mögen Mücken nicht.

  • Empfehlenswerte Insektenschutzmittel
    Wenn alle Bastionen fallen und es wirklich nur noch auf die harte Tour geht, beispielsweise weil man sich in Regionen befindet, in denen Krankheiten übertragende Moskitos leben, sind folgende Insektenschutzmittel empfehlenswert bzw. unbedenklich – von Stiftung Warentest im Jahr 2010 mit „gut“ abgestempelt (nur 5 von 21):

    • Autan Protection Plus
    • Parazeet Mückenschutz – normale Haut
    • Azaron before (Spraylotion)
    • Autan Family Care
    • Anti Brumm forte

Insektizide für den Raum wie beispielsweise Elektroverdampfer könnt ihr links liegen lassen. Die eingebauten Heizelemente erwärmen nach Einstecken in die Steckdose die darüber liegenden Duftplättchen. Der so verströmte Geruch tötet die Insekten – und zwar alle, somit auch nützliche. Das Prinzip funktioniert zwar relativ gut, jedoch wirken die im Raum verteilten Düfte auch negativ auf die Gesundheit von Menschen.

Stiche – und was jetzt?
Haben Biene, Wespe und  Mücke erst einmal zugestochen, heißt es: die Stiche gut versorgen – vor allem Bienen- und Wespenstiche!
Bei Stichen im Mund oder Hals solltet ihr schnell einen Arzt aufsuchen. Die Schleimhäute könnten anschwellen und das Luftholen erschweren bis verhindern. Frei verkäufliche Antihistaminika leisten erste Hilfe.
Achtet nach einem Stich auf allergische Reaktionen, wie Schwellungen, Rötungen oder gar Fieber. Treten diese Symptome auf und bleiben über Tage unverändert, ist es ratsam, zum Arzt zu gehen.

  • Bienenstich
    Den Stachel vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, nicht unnötig darauf herumdrücken, sonst presst ihr das im Stachel enthaltene Gift erst recht heraus. Anschließend sofort kühlen. Mit Eiswürfeln, kaltem Wasser oder Kühlkompressen. Eine aufgeschnittene Zwiebel verhindert das Anschwellen und wirkt entzündungshemmend.
  • Wespenstich
    Gut kühlen mit Eis, kaltem Wasser oder Kühlkompressen. Auch hier lindert eine aufgeschnittene rohe Zwiebel die Beschwerden.
  • Mückenstich
    Wer kratzt riskiert Narben. Darum die Stiche von Zeit zu Zeit mit abschwellenden, Juckreiz lindernden Gelen behandeln.
  • Zeckenbiss
    Zecke mit einer Zeckenzange entfernen. An den Tagen danach die Wunde beobachten. Sollte sich ein rötlicher Ring drum herum bilden, solltet ihr zum Arzt gehen.

Über Cornelia Scheffler

Ich schreibe über das Reisen, andere Länder, Orte und Kulturen. Ich teile tolle Erlebnisse mit Euch und plaudere manchmal aus dem 5vorflug-Nähkästchen.
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