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Reisebericht der Woche: Jamaika – Die große Leichtigkeit

Strand von Negril

Kein Traum sondern wahr – der Strand von Negril

Karibik. Traubenzuckerstrände. Palmen. Türkis. Reggae-Sound überall. So habe ich es erlebt, vor vielen Jahren. Fahrt selbst hin und sagt mir, ob es noch immer so ist.  

Wir fliegen ab München und landen nach 12 Stunden nonstop-Flug in Montego Bay. Es ist später Nachmittag als wir ankommen und wir sind platt. Trotzdem feilschen wir mit dem Taxifahrer um den Preis. Mit Rucksack und Abenteuerenergie unterwegs, ohne einen blassen Schimmer wo wir die erste Nacht absteigen wollten. Der Taxifahrer fährt uns durch die Gegend, zeigt uns gruselige Kaschemmen. So war es besser, wir nennen ihm irgendeine Unterkunft aus dem Reiseführer. Er bringt uns hin. Das mit dem vereinbarten Preis sieht er jedoch irgendwie anders und wir streiten bis in die Nacht hinein mit ihm.

Wir schlafen wenig und unruhig. Aus der Nachbarschaft dringt lauter Reggae-Sound in unser Zimmer. Die Wände sind dünn. Trotzdem erwachen wir frisch und platzen vor Neugier. Es ist 5 Uhr Ortszeit, in München ist es sechs Stunden später.
Kurzer Spaziergang zum Stadtstrand im Licht der aufgehenden Sonne, zurück ins Zimmer, Taschen packen und weiter zum Busterminal. Von hier aus wollen wir zum Traumstrand von Negril, im Westen des Landes. Aus den Autos, aus den Bussen, aus jedem Fahrzeug, aus jedem Haus lärmt Reggae Musik oder Raggamuffin. Es ist unglaublich, es ist cool, es ist entspannt, es ist „Irie“, wie die Jamaikaner sagen. Irie – das große Wort für das jamaikanische Lebensgefühl. Es erwischt uns sofort. Wir nehmen es mit auf unsere Weiterreise. Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mich wohl nie wieder in meinem Leben in solch allgemein gelassener Stimmung befunden habe.

Westend von Negril

Das Westend von Negril

Die Fahrt im bis unters Dach vollgestopften Kleinbus ist witzig. Wir reden mit den Jamaikanern –im Hintergrund Reggae aus dem Autoradio. In Lucea Umsteigen in einen anderen ebenso rappelvollen Kleinbus mit ebenso lauter Reggae-Musik und dann sind wir da. Der Fahrer setzt uns an der Straße ab. Wieder folgen wir einem Tipp aus unserem Reiseführer und landen in einem wunderschönen Garten, „Chestis Garten“. Unter einem Bambusdach sitzen Leute, essen, plaudern, schweigen. Hinter dem Zaun rauscht das Meer. Es ist heiß. Es ist herrlich. Wir fragen die Leute im Garten nach einer Unterkunft und trinken aus frischen Kokosnüssen. Yeah mon, ist dies das gute Leben?

So entspannt, so faul, so glücklich kenne ich mich nicht
Wir finden ein Zimmer inmitten eines dichten Gartens mit Außendusche und Frühstück und plumsen in das Rattansofa auf der Terrasse. Dann bleibt die Zeit stehen. Es ist, als würden wir in diesem Gefühl, diesem Zustand verharren – eine riesengroße Seifenblase hüllt uns ein und wir werden niemals wieder von diesem Sofa aufstehen. Die Tage breiten sich aus, langsam und gemächlich. Wir erleben eine fremde Gelassenheit. Trödeln vom Zimmer zum Strand, vom Strand in jenen wundervollen Garten, „Chestis Garten“, wir essen frischen Fisch, selbst gebackenes Bananebrot, schlürfen Kokossaft. Vom Garten zurück an den Strand, vom Strand ins Zimmer und abends zurück an den Strand. Dort steigen Partys und spielen Bands. Überall Bars, gute Rumcocktails, Musik, Menschen, dazu säuselt das Meer seinen Song. Es ist Spring Break. Amerikanische Studenten feiern, tanzen und wir mit ihnen.

Einzig der Ausflug ins Westend von Negril weicht ab vom selbst laufenden Tagesrhythmus. Dort an den Klippen sitzt man über dem Meer in Bars oder Fischlokalen. Klippenspringer performen riskante Manöver.

Der Strand von Negril ist weiß und fein. Ein Traumstrand. Jeden Morgen wieder bewundere ich ehrfürchtig diese Schönheit. Türkis und glatt hebt sich das Karibische Meer vom Weiß des Strandes ab. Abschnittsweise stehen Palmen in Gruppen, spenden Schatten. Mittendrin Bars. Hinter dem Strand wilde Gärten und ab und zu ein Haus, ein Hotel. Fast den ganzen Tag über bleibt das Meer ruhig. Nur manchmal nachmittags bringen kleine Wellen die glatt gebügelte Fläche durcheinander.

Blue Mountains

Bestes Kaffeeklima: Blue Mountains

Am nächsten Tag alles von vorn. Eine Tasse Kaffee. Er schmeckt großartig. Der Blue Mountain-Kaffee zählt zu den Spitzenkaffees der Welt. 1 Kilogramm kostet etwa 100 Dolar. Die Kaffeesträucher wachsen in den Blue Mountains auf einer Höhe zwischen 900 und 1700 Metern umgeben von Nebel, kühlen Temperaturen, erfrischt vom Regen, der hier häufig fällt. Der Kaffee wird von Hand gepflückt.
Nach dem Kaffee trödeln wir zum Strand, vom Strand in jenen wundervollen Garten, „Chestis Garten“, wir essen frischen Fisch, selbst gebackenes Bananenbrot, schlürfen Kokossaft…bis wir wieder in München landen und die Welt nicht mehr verstehen.

Wer war neulich auf Jamaika oder plant eine Reise dahin? Bitte lasst mich wissen, ob mein Paradies noch immer eins ist.

Über Cornelia Scheffler

Ich schreibe über das Reisen, andere Länder, Orte und Kulturen. Ich teile tolle Erlebnisse mit Euch und plaudere manchmal aus dem 5vorflug-Nähkästchen.
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