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Typisch Ibiza: Hippiekult und coole Buchten
Ibiza - die kleine Baleareninsel

Typisch Ibiza: Hippiekult und coole Buchten

In den 60er Jahren war Ibiza ein angesagter Hot Spot für Aussteiger und Hippies. Heute tanzen Feierwütige in Mega-Diskotheken die Nächte durch. Und was ist sonst noch los?

Entspannte Ostküste: Hippiemärkte, Buchten und eine schöne Stadt
Hippiemärkte – Love and Peace
In Sant Carles spürt man das entspannte Flair vergangener Tage – vor allem auf dem berühmten Hippiemarkt. Jeden Samstag öffnet er seine Pforten für zahlreiche Besucher. Viel Platz zum Bummeln gibt es allerdings nicht. Eng an eng stehen die Stände mit den großen Ketten, Strohhüten, bunten Kleidern und anderem Hippiezubehör. Herumzulaufen macht vor allem am Morgen Spaß, wenn der Markt noch leer ist. Die Stimmung ist entspannt und man kann die Verkaufsware in Ruhe anschauen. Wer gelangweilte Kinder im Schlepptau hat: In der hintersten Ecke des Marktes gibt es einen Stand mit Henna Tattoos – so sind die kleinen Urlauber eine Weile beschäftigt und haben gleich ein besonderes Mitbringsel. Wer es nicht schafft den Markt in Sant Carles zu besuchen, hat in der Sommersaison jeden Mittwoch die Gelegenheit, auf dem Hippiemarkt im nahe gelegenen Punta Arabi vorbeizuschauen.

Bucht auf Ibiza

Sonne, Strand und Meer auf Ibiza

Buchten, Buchten, Buchten    
Auf dem Hippiemarkt einen Strohhut erstanden? Dann teste ihn gleich auf seine Zweckmäßigkeit  – am besten an einer der wunderschönen Buchten, die sich rund um Sant Carles befinden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man hier allerdings nicht besonders weit. Besser ist ein Mietwagen. So ist man flexibel, kann sich über die unbefestigte Straßen zum Strand hinunterschlängeln und überlegen, ob und wo man bleiben möchte. Viel falsch machen kann man nicht, denn schön sind alle Buchten – meist mit Sandstrand und flach abfallendem Wasser. Oft bietet auch ein Restaurant oder eine kleine Strandbar frischen Fisch, Paella, Tapas oder andere Köstlichkeiten an. Wer ursprüngliche, romantische Natur und eine entspannte Atmosphäre dem Sehen und Gesehenwerden vorzieht, ist auf dieser Seite der Insel richtig. Für Kinder besonders gut geeignet sind unter anderem die feinen Sandstrände von Cala Nova, Cala Martina und Niu Blau.

Santa Eularia – gemütliche Stadt an der Ostküste
Diskotheken oder Partymeilen sucht man in Santa Eularia vergeblich. In der drittgrößten Stadt Ibizas geht es ruhig und gemütlich zu. Das schätzen auch viele deutsche und englische „Residents“ die sich hier eine zweite Heimat gesucht haben. Im Stadtzentrum lockt der schöne und saubere Hausstrand mit klarem Wasser und feinem Sand . Wer Hunger bekommt, geht einfach ein paar Schritte hinauf zur Strandpromenade. Hier befinden sich die Restaurants. Von spanischen Tapas-Bars, über ein Bio-Restaurant bis hin zu englischen „Fish and chips“ Läden ist alles da. Und was kann man hier außer Essen und Baden noch machen? Shoppen! Das geht gut in Santa Eularia. Vor allem Schuhgeschäfte mit schönen und preisgünstigen Modellen findet man zahlreich, aber auch wieder Hippiekleidung und andere schöne Dinge. Um die Kultur nicht außer Acht zu lassen: Sehenswert ist die Kirche Es Puig de Missa auf dem gleichnamigen 52 Meter hohen Kirchenhügel, sowie das ethnologische Museum, das anschaulich das Leben der Menschen früher vermittelt. Zurück in der Gegenwart lohnt noch ein Abstecher zum exklusiven Sporthafen mit seinen beeindruckend großen Motoryachten.

Der ländliche Nordwesten: Viel Natur, idyllische Orte und eine Schmugglerhöhle
Auf Ibiza können Kinder im Auto ein Spiel spielen, das Zuhause nicht funktioniert: Orangen- und Zitronenbäume zählen. Zitrusfrüchte wachsen auf Ibiza fast überall, vor allem im Hinterland. Im Frühjahr ist hier die Vegetation noch üppig, bevor im Sommer alles trocken wird und eine graubraune Färbung bekommt – auf Ibiza regnet es so gut wie nie. Beim Herumfahren sieht man steinige Felder mit der faszinierend rotbraunen Erde, Bauernhöfe, Ziegen und Schafherden. So vergeht die Zeit bis zur Ankunft im Dörfchen Sankt Miguel im Nordwesten Ibizas wie im Flug. Am besten erschließt man den Ort zu Fuß. An nicht zu heißen Tagen geht es den Berg hinauf zur ältesten Dorfkirche Ibizas, der Iglesia de San Miguel. Neben diesem Aussichtspunkt hat der Ort noch eine Besonderheit: den Hafen und den mittelgroßen, gut geschützten Strand. Dank des klaren Wassers, dem sehenswerten Fischreichtum und den spektakulären Steilküsten zählt Sant Miguel zu den berühmtesten Tauchgebieten des Mittelmeeres.

Can Marca: Tropfsteinhöhle mit Schmugglergeschichte
Fährt man vom Hafen einen steilen Berg hinauf, gelangt man auf den Parkplatz der Höhle von Can Marçà. Diese Tropfsteinhöhle gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Insel und kann nur mit Führung besucht werden. Sie dauert ungefähr eine halbe Stunde und ist auch für Kinder spannend. Wie die deutschsprachige Höhlenführerin erklärt, handelt es sich nämlich um eine ehemalige Schmugglerhöhle. Überall sind noch die Markierungen der Halunken an den Wänden zu sehen und auch der schmale Durchgang, durch den sie sich und ihre Ware quetschen mussten, ist für die kindliche Fantasie beeindruckend. Tolle Tropfsteinformationen und einen beleuchteten Wasserfall gibt es auch. Der Eintritt ist allerdings nicht ganz billig: acht Euro für Erwachsene, sechs Euro für Kinder. Wem das zu teuer ist, der kann auch einfach auf dem Felsplateau vor der Höhle einen Kaffee trinken und die traumhafte Aussicht auf das Meer und die Küste genießen.

Santa Gertrudis – klein aber fein
Viele Künstler, Maler, Musiker und Bildhauer haben diesen Ort zu ihrer Heimat erkoren. Rund um den Dorfplatz gruppieren sich die im kubischen Stil gestalteten Häuser und die schöne weiß gekalkte Kirche. „Weiße Insel“ wird Ibiza auch genannt – und hier versteht man, warum. Wer beim Bummel entlang der kleinen Dorfstraße Hunger bekommt, hat es nicht weit – bis zum berühmten Cafe Costa sind es nur ein paar Schritte. Während der Hippiezeit durften hier die Künstler, die kein Geld dabei hatten, mit ihren Werken bezahlen. Und die hängen nun dicht an dicht an den Wänden des Cafes. Probieren sie eines der leckeren  Schinkenbrötchen! Keine Sorge liebe Vegetarier, für euch gibt es köstlichen Manchego-Käse.

Der Südwesten: Bilderbuch-Strände, Dracheninseln und Salinen
Cala Bassa: Zu Elektroklängen im Meer baden
Früher hätten Sie auf Ibizia die Nächte durchgetanzt und sich tagsüber an einem Strand erholt? Die Partynächte sind mit Kindern definitiv vorbei – das coole Strandfeeling hingegen kann man auch mit Familie genießen. Beispielweise im Cala Bassa Beach Club. Dieser liegt geschützt in der gleichnamigen Bucht im Südwesten von Ibiza. Türkises Wasser wie in der Karibik und ein kleines von der Natur geschaffenes (Kinder)-Becken zeichnen diese Bucht unter anderem aus. Auch unter schattenspendenden Kiefern und Wacholderbäumen auf einer gemütlichen Strand-Lounge-Liege herumzuliegen fühlt sich gut an. Für das unbeschwerte Cafe-del-Mar Feeling sorgt dezente Elektro-Musik.

Dracheninseln

Atemberaubend: Die Dracheninseln

Aus der Ferne grüßen die Dracheninseln
Wer ein Stück weiter Richtung Westen fährt, erreicht schnell die Cala d`Hort. Der Steinstrand eignet sich nicht sehr gut zum Baden, aber der Ausblick auf die vorgelagerten unbewohnten Inseln Es Vedranell und Es Vedrà ist beeindruckend. Wegen ihrer Form nennt man sie auch „Dracheninseln“. Hier kann man einen der wunderschönen Sonnenuntergänge genießen, für die Ibiza so berühmt ist. Ein Postkartenidyll!

Die Salzfelder von Ses Salines
Schon im Landeanflug sieht man die Salinenfelder blau leuchten. Sie beginnen etwa sechs Kilometer südlich von Ibiza-Stadt und sind eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Ibizas. Hier wird Salz aus Meerwasser gewonnen. Das Prinzip ist einfach: Über Schöpfräder und ein ausgeklügeltes Kanalsystem gelangt Meerwasser in die rechteckigen, unter einander abgetrennten Wasserbecken und verdunstet unter der Strahlkraft der Sonne. Zurück bleibt das reine, weiße Meersalz. Zu riesigen Bergen aufgeschoben, wartet es auf seinen Abtransport. Bereits die Phönizier gewannen auf diese Weise im fünften Jahrhundert vor Christus das kostbare Mineral. Da das „weiße Gold“ in aller Welt begehrt war, machte es die Insel viele Jahrhunderte lang zu einem wichtigen Handelspunkt – und seine Bewohner äußerst wohlhabend. Bis heute werden auf Ibiza pro Jahr gute 60 000 Tonnen Salz produziert. Neben der Salzgewinnung, bieten die Salinen zahlreichen Flamingos und anderen Vögeln ein Zuhause, weswegen Ses Salines 1995 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Eivissa Stadt

Eivissa. Die Hauptstadt

Eivissa: Hauptstadt mit vielen Gesichtern
Die Oberstadt: Dalt Vila: Weithin sichtbar thront die alte Festung über Eivissa, wie Ibiza-Stadt in der Landessprache Katalan heißt. Die Burg liegt in der Altstadt Dalt Vila und ist nur über kleine verwinkelte Gassen zu erreichen. Gesäumt sind sie von schmalen Häusschen, die auch heute noch bewohnt sind. Man sieht Wäsche herumflattern, ab und zu entdeckt man eine Waschmaschine auf dem Balkon oder erhascht einen Blick ins Innere eines Treppenhauses. Viel scheint sich, bis auf die Waschmaschinen, in Dalt Vila seit früher nicht verändert zu haben. Alles ist gut erhalten oder sorgfältig renoviert. Unter anderem deshalb wurde die Altstadt von Eivissa 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Der Weg führt steil aufwärts. Da lohnt es sich gutes Schuhwerk zu tragen – abgetretenes Kopfsteinpflaster nach oben zu laufen, ist ohne Profil an den Sohlen eine rutschige Angelegenheit. Stellenweise sieht man entlang der Festungsmauer noch die alten Verteidigungssysteme. Für Kinder besonders beeindruckend sind die Kanonen samt Munition und die alten Ritterrüstungen. Oben angekommen, belohnt ein herrlicher Blick auf das Meer, die Küste und die Stadt mit ihren bunten Häusern für die Strapazen des Aufstiegs. Wer mehr über die 2500 jährige Geschichte der Stadt erfahren möchte, ist im nahegelegenen Archäologischen Museum richtig. Dem Museum gegenüber steht die Kathedrale Santa Maria De Las Nieves. Ursprünglich stammt sie aus dem 13. Jahrhundert. Die Renovierungsarbeiten 500 Jahre später waren jedoch so umfangreich, dass heute nur noch wenige Überbleibsel an das Mittelalter erinnern.

Die Unterstadt: Sa Penya und Sa Marina: Unterhalb der Festungsmauern beginnt das ehemalige Fischerviertel Sa Penya. Heute fischt hier jedoch niemand mehr im Meer, sondern in den zahlreichen Boutiquen. Diese bieten die typische Ibiza-Mode – weiße Kleider für die Damen und weiße Hemden für die Herren – in vielen Varianten und zu teilweise günstigen Preisen. Ausführen kann man seine neuerworbene Urlaubskleidung dann im angrenzenden Viertel Sa Marina. Unzählige Bars, Restaurants und Cafes gibt es hier und man kann hervorragend essen.  Am Abend wird Ibiza dann seinem Ruf als Partyinsel gerecht und die Straßen von Eivissa wandeln sich zur fröhlich bunten Ausgehmeile.
Tipp: Mit dem Auto kommt man in Eivissa sehr schwer bis gar nicht vorwärts. (Die Altstadt ist ausschließlich zu Fuß zu erwandern.) Eine schöne Alternative ist die Anreise per Schiff. Von Santa Eulalia aus dauert die Fahrt eine Stunde.

Über Julia Kirschner

Ich erzähle Euch von schönen Stränden, Städten und anderen Urlaubzielen. Außerdem verrate ich Tipps und Tricks für einen gelungenen (Familien-) Urlaub.
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