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Europareise: Trinkgelder und Restaurantetikette

Frische Austern an der Côte d’Azur, Tapas in Sevilla oder die echte Pizza Napoli – gutes Essen gehört zu einem gelungenen Urlaub! Doch Restaurant-Besuche folgen je nach Land bestimmten Regeln. Spätestens wenn nach dem üppigen Mahl die Rechnung kommt, tauchen Fragen auf: Wie viel Trinkgeld ist üblich? Ist es überhaupt üblich, Trinkgeld zu geben? Hier ein kleiner Überblick über Trinkgeld-Gewohnheiten und weitere Besonderheiten beim Restaurant-Besuch im Urlaub.      

Trinkgeld in Italien

Getrennt zahlen schickt sich nicht


Italien: Viel Essen, ganz ohne Trinkgeld

In der Trattoria gehen die Unsicherheiten oft schon bei der Speisekarte los. Denn vom Pizza-Essen einmal abgesehen, gilt es in Italien als unhöflich, nur ein Hauptgericht zu bestellen. Man wählt stattdessen einen „Primo“, eine Art ersten Gang, der meist aus einem Teigwaren-Gericht wie Pasta oder Gnocchi besteht. Als „Secondo“ folgt ein Fleischgericht, begleitet von einer Gemüse-Beilage, dem „Contorno“. Auf Wunsch kommen Antipasto und Dessert hinzu. Problematisch für Pfennigfuchser: Die Rechnung wird auch bei gemischten Gruppen gemeinsam bezahlt, der Betrag durch alle Anwesenden geteilt – und zwar unabhängig davon, wer was konsumiert hat. Trinkgeld ist im Restaurant nicht üblich, da die Rechnung meist schon eine Service-Pauschale beinhaltet. Es sei denn, man war mit dem Service ganz besonders zufrieden.

Frankreich: Ran ans Geflügel! Aber nur mit Messer und Gabel
In Frankreich gilt es als unhöflich, sich im Restaurant einfach an einen Tisch zu setzen – der Kellner weist den Gästen ihre Plätze zu. Wie in vielen Ländern sollten auch dort Stühle und Tische nicht einfach umgestellt, sondern der Wunsch höflich an den Kellner herangetragen werden. Wichtig: Die Finger bleiben aus dem Spiel! Auch Ente oder Hühnchen werden ausschließlich mit Messer und Gabel gegessen. Restaurant-Rechnungen getrennt zu bezahlen, ist auch in Frankreich eher ungewöhnlich. Die Höhe des Trinkgeldes liegt bei rund zehn Prozent. Man rundet den Betrag nicht direkt beim Bezahlen auf, sondern lässt das Trinkgeld hinterher einfach auf dem Tisch liegen.

England: Warme Bohnen, dazu ein saftiges Trinkgeld
Das Englische Frühstück ist für manchen Urlauber gewöhnungsbedürftig: Auf Frucht und Zerealien folgen beim „Full Breakfast“ Speck und gebratene Würstchen, Bohnen in Tomatensoße und Spiegelei. Wer hingegen ein „Continental Breakfast“ bestellt, dem serviert man das vertraute Toastbrot mit Butter, Honig und Marmelade sowie Zerealien mit Milch. Achtung: Es wäre beleidigend, in Schottland versehentlich ein Englisches Frühstück statt ein Schottisches zu bestellen. Außerdem achtet man in Restaurants auf der Insel oft penibel genau auf die Etikette, also: Ellbogen runter vom Tisch! Die Engländer geizen nicht mit Trinkgeld – 15 bis 20 Prozent der Rechnungssumme sind normal.

Trinkgeldetikette in Europa

Ouzo ist nicht gleich Raki

Griechenland, Zypern, Türkei: Raki oder Ouzo? Der kleine, aber feine Unterschied
Im Zypern-Urlaub Ouzo bestellen? Völlig in Ordnung – auf dem griechischen Teil der Insel! Doch Vorsicht: Die „Insel der Götter“ ist politisch gespalten in einen türkischen und einen griechischen Teil, das Verhältnis zwischen beiden Ländern historisch belastet. Die Einheimischen sind sensibel, was Nationalitäten betrifft. Deshalb sollte man auch in griechischen Restaurants nicht versehentlich türkischen Kaffee oder Raki bestellen. Aufgepasst, wenn türkischer Apfel-Tee seinen Dampf in die Nase treibt: In der Türkei gehört es sich nicht, sich bei Tisch die Nase zu putzen. Die Rechnung wird weder in türkischen noch in griechischen Restaurants getrennt bezahlt. Griechen erwarten ein moderates Trinkgeld in Höhe von fünf bis zehn Prozent. In der Türkei liegt es bei etwa zehn Prozent.

Spanien: Lieber nicht zu tief ins Glas schauen
In Madrid, Marbella oder Barcelona haben Sie es sicherlich schon bemerkt: Spanier legen Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Beim Restaurant-Besuch sollte man deshalb auf stilgerechte Kleidung achten – und ruhig mal eine hübsche Halskette anlegen. Shorts und Flipflops sind hingegen unangebracht. Auch wenn spanische Weine noch so verlockend sind: Trinken Sie nicht zu viel Alkohol, denn schon ein kleiner Schwips gilt in Spanien als anstößig. Angemessen ist ein Trinkgeld in Höhe von zehn bis 15 Prozent des Rechnungsbetrages.

Übrigens: Nicht nur Kellner im Restaurant freuen sich über eine kleine Dreingabe. Auch für Taxifahrer, Fremdenführer oder Gepäckträger sollte man als Urlaubsgast ein kleines Trinkgeld erwägen. Anstatt lange nachzurechnen, hören Sie in Sachen Trinkgeld auch auf Ihr Gefühl. Wenn Sie einen rundum stimmigen Abend hatten und mit dem Service wirklich zufrieden waren, darf es ruhig auch mal ein Euro mehr sein!

Autorin: Verena Wippich

Über Cornelia Scheffler

Ich schreibe über das Reisen, andere Länder, Orte und Kulturen. Ich teile tolle Erlebnisse mit Euch und plaudere manchmal aus dem 5vorflug-Nähkästchen.
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