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Urlaub in Marokko: Unsere Reisetipps

Gastfreundliche Menschen, Strände wie Sand am Meer, beeindruckende Kulturgüter und eine Farbenpracht, die hierzulande ihresgleichen sucht. Allein das wirre und dennoch geordnete Getümmel auf Marokkos Basaren verführt zur Schwärmerei ebenso wie der Sternenhimmel über der Wüste Sahara. Marokko verzaubert!

Agadir
Marrakesch
Tanger

Allgemeine Informationen Marokko

Der Flug nach Marokko dauert 4 bis 5 Stunden. Eine überschaubare Zeit. In der Urlaubsregion um Agadir trefft ihr auf eine perfekte Infrastruktur mit komfortablen Hotels und hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Zahlreiche Veranstalter von Tagestouren und Ausflügen laden vor Ort ein, Land und Leute genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht werft ihr euch aber lieber ohne organisierte Begleitung mitten hinein ins Basargewusel – alles möglich.
Die Temperaturen sind das ganze Jahr über angenehm warm. Das Klima an der Atlantikküste Marokkos gleicht dem Klima auf den Kanarischen Inseln. Die Höchsttemperaturen liegen im Sommer bei 27 Grad Celsius. Wenn es im Winter in  Deutschland kalt ist und schneit, erreichen die Temperaturen in Marokko um die 18 Grad Celsius.

Teezeremonie in Marokko

Alltägliches Ritual: Der gemeinsame Tee

Eine gelebte Traditionen: Tee trinken und Wasserpfeife rauchen.
Gemeinsam Tee zu trinken und dabei über Gott und die Welt zu plaudern, gehört zur marokkanischen Kultur wie das Feilschen auf dem Bazar. Lädt man euch zu einer Tasse Tee oder Kaffee ein, nehmt an. Das Ausschlagen der Einladung wirkt beleidigend. Nehmt euch Zeit, setzt euch mit den Menschen zusammen und lasst die Zeremonie auf euch wirken.
Ebenso ist das Rauchen der Wasserpfeife in Marokko eine tief verwurzelte Tradition. Das Ritual dient der Entspannung, dem Nachdenken und dem geselligen Beisammensein.
Eine Regel besagt: Wenn das Familienoberhaupt Pfeife raucht, auf keinen Fall stören!

Agadir

Die Medina und die Souk

Interessant ist ein Besuch der Medina Polizzi – benannt nach ihrem Designer Coco Polizzi. Medina ist der arabische Ausdruck für Stadt. Das Freilichtmuseum beansprucht eine Fläche von 40.000 Quadratmetern. Zu sehen ist ein Nachbau der Altstadt von Agadir, die 1960 durch ein Erdbeben vollständig zerstört wurde: Helle Lehmbauten verschiedener Stile säumen Gassen, Handwerker sitzen vor den Häusern und fertigen mit Liebe Kunstwerke an. Souvenirgeschäfte und Cafés lockern die Atmosphäre zusätzlich auf. Shuttlelbusse zur Medina verkehren ab der Innenstadt von Agadir.

Die Souk von Agadir liegt etwas außerhalb der Stadt. 6 Meter hohe Mauern begrenzen das laute und energiegeladene Marktgeschäft. Zu kaufen gibt es Kleidung, Lederwaren, Teppiche, Schmuck, Gewürze, Kräuter und Lebensmittel. Leidenschaftlich um den Preis zu feilschen gehört zum guten Ton.

Fischfang am Hafen von Agadir

Hafenszene: Kostbarer Fang

Strände und Hafen

300 Sonnentage im Jahr, 10 Kilometer Strand – zwei überzeugende Fakten. Bei dieser beachtlichen Strandlänge ist Platz für alle. Keine Wassersportart, die man hier nicht ausüben kann: Schnorcheln, Tauchen, Surfen, Jetski fahren oder Segeln – etliche Wassersport-Spots verleihen Ausrüstung. Die Marina von Agadir fasst mehrere hundert Boote. Am Hafen schreien Fischer durcheinander und loben ihren Fang über den Klee. Automotoren laufen ohne Stopp, Motorroller knattern, Hupen hupen. Das ist der Krach des Lebens. Nehmt daran teil. Beobachtet die Fischer, seht wie sie ihre Netze flicken oder ihre Boote reparieren. Besichtigt eine Schiffswerft. Der Hafen von Agadir gilt als erster Sardinenhafen der Welt. Entlang der Mole reihen sich zahlreiche Restaurants und Cafés. Nehmt Platz und seid Zeuge dieses lebhaften Schauspiels.

Ausflugstipps Agadir

La Kasbah

Die Kasbah von Agadir liegt über der Stadt. Kasbah ist der arabische Ausdruck für Festung. 200 Meter über dem Meeresspiegel schlängeln sich die Mauern der ehemaligen Wehranlage. Historisch ist die Kasbah von großer Bedeutung. Sie ist eine der wenigen Bauten, die beim Erdbeben von 1960 nicht vollständig zerstört wurden. Man kann den Aufstieg zu Fuß meistern oder sich im Auto nach oben chauffieren lassen. Ein fabelhafter Ausblick auf die Bucht von Agadir und eine ungeahnte Stille erwarten euch. Ein Museum in den Mauern der Festung erzählt die Geschichte der Stadt.

Vogelpark

Der Vogelpark von Agadir ist das luftige Zuhause vieler exotischer Vögel. Hier leben außerdem Rehe, Ziegen oder Affen. Links und rechts kleiner Pfade befinden sich die Gehege. Auf dem Gelände liegt auch ein Kinderspielplatz.

Die Mauern von Taroudant

Die Mauern von Taroudant

Taroudant: Die Berberstadt Taroudant liegt etwa 100 Kilometer westlich von Agadir. Stolz trägt sie den Beinamen „Kleines Marrakesch“. Olivenhaine, Orangen- und Arganbäume umgeben die Stadt. Man sagt, Taroudant sei die schönste Stadt am Souss Fluss. Erste Erwähnung fand Taroudant im 11. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert war die Stadt Handels- und Karawanenzentrum.
Die meterhohen Lehmmauern und Zinnen der Kasbah heben sich prachtvoll vor der Kulisse des Atlasgebirges ab. Sieben Kilometer lang ist die Stadtmauer – Kutscher laden zur Umrundung ein. Dabei solltet ihr jedem Stadttor einzeln eure Aufmerksamkeit schenken. Besucht auch die Medina (Altstadt) und die Souks. Bekannt ist Taroudant für seinen Silberschmuck, die Kupferschmiedearbeiten und die Gerbereien.

Paradiestal und  Wasserfall von Immouzzer: Das Paradiestal erreicht man nach circa 1-stündiger Fahrt. Es befindet sich 60 Kilometer nördlich von Agadir. Durch das Tal windet sich ein kleiner Fluss, der Tamraght – das Tal trägt seinen Namen: „Tamraght Tal“.
Eine wundervolle Landschaft, in der man, wie auf einem Wimmelbild, stets Neues entdecken kann: Zwergpalmen, Mandel, Oliven- und Arganbäume wachsen zwischen Felsen und Wasserfällen. Höhepunkt dieser Tour zum Paradiestal ist der nahe gelegene Wasserfall von Immouzzer. Klares Quellwasser rauscht schäumend in die Tiefe und versprüht feine Frische.

Souss Massa Nationalpark: Der Souss Massa Nationalpark liegt circa 45 Kilometer südlich von Agadir. Mit dem Auto dauert die Fahrt eine knappe Stunde. Sie lohnt sich. Das Nationalpark-Kleinod an der Atlantikküste ist Heimat oder Zwischenstopp für etwa 40 Säugetier- und 270 Vogelarten. Von denen man mit etwas Glück viele oder einige zu Gesicht bekommt – beispielsweise den seltenen Vogel „Schopf Ibis“, Flamingos oder Pelikane. Im Frühjahr verzaubert der Park durch seine Blütenpracht. Der Nationalpark ist Mündungsgebiet der Flüsse „Souss“ und „Massa“ (daher auch der Name).
Hier wachsen außerdem viele der in Marokko heimischen Arganbäume –  bekannt durch das aus den Früchten gewonnene Öl für kosmetische oder medizinische Zwecke.

Ouarzazate – Atlas Filmstudios: Quarzazate liegt etwa 360 Kilometer westlich von Agadir. Das ist zwar ein ganz schönes Stück Fahrt, dafür ist das, was man hier zu sehen bekommt, nicht alltäglich.
In den Atlas Filmstudios bei Ouarzazate dreht Hollywood. Hier entstanden Produktionen wie „Asterix und Cleopatra“, „Gladiator“ oder „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ (mit Michael Douglas). Auch europäische und einheimische Produktionen nutzen die Kulissen. Die Besichtigung der Studios ist an drehfreien Tagen möglich.
Auf dem Gelände der Atlas Filmstudios gibt es einen Reiterhof mit Namen „North African Horse“. Wer mag, lässt Pferd oder Dromedar satteln und lernt auf diese Weise die bergige Umgebung kennen.
Tipp: Je länger die Tour, desto günstiger der Stundensatz.

Die Ouarzazate Kasbah

Filmreife Kulisse unter UNESCO-Schutz

Ausflug zur Kasbah Ait Benhaddou: Circa 37 Kilometer nordwestlich von Ouarzazate liegt die Kasbah Ait Benhaddou – ein Berberdorf aus Lehmbauten. Zusammengesetzt aus mehreren kleinen, ineinander verschachtelten Festungen bildet es eine monumentale Kulisse. Filmemacher aus aller Welt schätzen sie. In Ait Benhaddou drehte man für Produktionen wie „Lawrence von Arabien“, „Die letzte Versuchung Christi“ oder „Die Mumie“.
Die Berbersiedlung steht unter UNESCO-Schutz. An ihr nagt dennoch der Zahn der Zeit. Die Lehmbauten unterliegen der Witterung und müssen regelmäßig restauriert oder abgerissen und anschließend neu gebaut werden. Somit verändert sich die Kasbah ständig. Die Einheimischen selbst kümmern sich darum. Doch die kräftigen Jugendlichen verlassen das Dorf, sobald sie können – so dass sie Instandhaltung den Alten überlassen bleibt.
Ein beeindruckender Ort, wenn nicht einer der schönsten Marokkos.

Marrakesch Platz der Geköpften

Ewiger Rummel am Platz der Geköpften

Marrakesch

Marrakesch. Eine Stadt voller Geheimnisse. Man sieht das Atlas Gebirge, spürt die Hitze der Wüste und riecht den Duft von Gewürzen. Marrakesch ist eine Stadt mit zwei Gesichtern, hat neben der orientalischen Tradition auch ein modernes Großstadtleben mit hippen Dachterrassen, Cafés und Bars zu bieten.

Souks und Platz der Geköpften

In Marrakesch konzentriert sich die Vielfalt des orientalischen Lebens. Beeindruckend, geradezu belebend, ist der Marktrummel in Marrakesch. Attraktion Nummer eins ist der „Djemaa el Fna-Platz“, der „Platz der Geköpften“. Man wird überwältigt von Geräuschen, Farben, Gerüchen. Am späten Nachmittag treffen Künstler und Schausteller aller darstellerischen Spielarten ein. Sie singen, tanzen, erzählen Märchen, beschwören Schlangen, vollführen akrobatische Kunststücke. Gegen Abend überzieht ein köstlicher Duft den Platz. Folgt man ihm, landet man sicher an einer der vielen Imbissbuden. Hier gibt es leckeres, preisgünstiges Essen. Wer einen empfindlichen Magen hat, fühlt sich in einem Restaurant wohler. Genießt das landestypische Essen. Am populärsten sind das aus Hartweizengrieß hergestellte Couscous und ein Gericht namens Tajine. Letzteres besteht aus Fleisch oder Fisch und wird, zusammen mit Gemüse, im Römertopf zubereitet. Trinkt dazu ein Glas marokkanischen Wein. Das Pendant zum Espresso nach dem Essen ist hier der Minztee. Süß und stark, wird er nicht nur nach dem Essen, sondern zu jeder Tageszeit getrunken. Unmittelbar an den Platz grenzen die Souks. Bahnt euch den Weg durch die verschlungenen Wege der Souks. Es sind die größten des Landes. Findet Souvenirs von präziser Hand gefertigt: Holzschnitzereien, Silberschmuck, Lederwaren oder Teppiche. Persönliche Guides preisen ihre Dienste an und helfen, sich im Souk-Labyrinth zurechtzufinden.

Ausflugstipps Marrakesch

Majorelle Gärten
Jardin Majorelle ist der schönste Garten Marrakeschs. Benannt nach seinem Begründer, dem Künstler Jacques Majorelle, der den Garten 1923 anlegte. Ein Zuhause für Pflanzen aller fünf Kontinente. Circa 400 Palmen- und 1800 Kakteen-Arten teilen sich den Platz mit einer Art decó Villa. Zwischen ihnen sprudeln Brunnen. Mit der Zeit verwilderte der Garten. Erst als sich der Modeschöpfer Yves Saint Laurent seiner annahm, gelangte er zu neuer Blüte. Gemeinsam mit seinem Freund gründete er die Stiftung „The Majorelle Trust“, deren Gelder für die Restaurierung verwendet wurden. Bis heute verwaltet die Stiftung den Garten.
Im Atelier Majorelles befindet sich das Islamische Kunstmuseum – in seiner Ausstellung: nordafrikanische Textilien aus Yves Saint Laurents persönlicher Kollektion, außerdem Keramiken und Schmuck von Jacques Majorelle

Die Menara Gärten von Marrakesch

Die Menara Gärten von Marrakesch

Menara-Gärten
Die Menara-Gärten breiten sich auf 10 Hektar Fläche aus. Die im 12. Jahrhundert angelegten Gärten stehen unter dem Schutz der UNESCO. Sie liegen etwa 3 Kilometer außerhalb der Stadtmauern. Ein Ort für Romantiker. Auf schattigen Pfaden wandelt man durch den Olivenhain bis man in de Mitte des Parks auf ein Wasserbecken stößt. Und damit auf eine technische Meisterleistung. Vom Wasserbecken ausgehend verläuft ein Kanalsystem, das die zahlreichen Bäume bewässert. Das System ist 700 Jahre alt, noch dazu kommt das Wasser aus den 30 Kilometer entfernten Bergen. Am Wochenende packen einheimische Familien ihre Picknickkörbe und treffen sich hier ebenso wie Studenten.

Wasserpark Oasiria
Die Ausmaße des Wasserparks „Oasiria“ sind gigantisch. Badespaß der Extraklasse. Es gibt Wasserrutschen, Wellenbecken, Strömungskanal, Schwimmbecken, Piratenschiff, Wasserwerfer und eine großartige Poollandschaft mit Sonnenliegen. Weiterhin eine Liegewiese zum Ausruhen, Restaurants, Bars und Beachvolleyballfelder.
Pendelbusse fahren ab Marrakesch Neustadt.

Tanger

Medina von Tanger: Schönheit für Freigeister

Tanger

Wer nach Tanger kommt, passiert das Tor zu Afrika. Als solches gilt der Ort im Norden Marokkos, westlich der Straße von Gibraltar. Tanger ist nicht unbedingt berühmt für seine großartigen Strände. Vielmehr zieht die Stadt kulturell interessierte Touristen an. Berühmtheit erlangte Tanger als ausschweifender Handelsplatz und Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen, vor allem Schriftstellern. Mitte des 20. Jahrhunderts galt Tanger aufgrund der politischen Situation und der Zollfreiheit im Hafen als freizügige Stadt. Das lockte Aussteiger, Außenseiter und Freigeister. Bereits in den 40er und 50er Jahren war Tanger Mekka von Schriftstellern. Eine Art Renaissance der hier lebenden und schaffenden Literaten erlebte Tanger dann in den 60er und 70er Jahren: Autoren wie Truman Capote, Jack Kerouac, Tennessee Williams kamen und lebten zeitweise hier.
Die typisch marokkanische Stadt mit Souk und Medina (Altstadt) erlebte in den vergangenen Jahren einen regelrechten Bauboom, um sie für den Tourismus attraktiver zu machen.
Jeden Sommer steigt das Jazzfastival Tanjazz.

Erg Chebbi: Sanddünen

An der Grenze zu Algerien, im nördlichen Osten Marokkos, nahe dem Ort Marzouga liegen die Erg Chebbi Dünen. Für Marokko die größten und höchsten Sanddünen – sagenhafte 200 Meter stattlich. Der ideale Ort, zum Sandburgen bauen, Kamelreiten und für Dünenwanderungen. Abenteuerlustige fahren sogar mit dem Snowboard über den ewigen Sand.

 

Über Cornelia Scheffler

Ich schreibe über das Reisen, andere Länder, Orte und Kulturen. Ich teile tolle Erlebnisse mit Euch und plaudere manchmal aus dem 5vorflug-Nähkästchen.
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